Welche Elemente sind für Theohumanitas in einer emotio-spirituellen Praktik als Voraussetzung dafür, um tatsächlich zu heilen statt nur die Emotionalkörperwunden der Kindheit zu behandeln?

Es bedarf sieben grundlegender Komponenten, um uns wirklich helfen zu können, die emotionalen Verstopfungen, die durch gutartige oder bösartige Vernachlässigung oder Missbrauch in der Kindheit verursacht wurden, zu heilen statt sie nur zu behandeln:

* Eine korrekte Landkarte der universellen Architektur des menschlichen Emotionalkörpers.

* Ein neues Paradigma eines charakterologischen Wandels, dessen Basis die Vorrangstellung des Emotionalkörpers vor dem Mentalkörper ist und das die auf alten Paradigmen basierenden, philosophischen Verzerrungen bezüglich des Verständnisses von Intimität, der Natur des menschlichen Selbst-Interesses und dessen, was tatsächlich eine gesunde Elternschaft ausmacht, wie auch die gegenwärtigen Definitionen der Auffassung der Selbst-Achtung konfrontiert.

* Ein Differenzierungsprozess, der im Selbst statt findet, von sich-zu-sich und der auf dem universellen Modell der Psychopathogenese in der Kindheit aufbaut, die ausführt, wie die abhängigen Bedürfnisse der Kinder nicht erfüllt werden. Dies kann auf eine neue Sichtweise bezüglich dessen ausgedehnt werden, was im Unbewussten die Grundlage koabhängiger, intimer Beziehungen von Erwachsenen ist. Ohne ein klares Verständnis davon, wie unsere emotionalen Verstopfungen geformt, gespeichert und offen und verstohlen in der Form unserer Subpersonas ausgedrückt werden, ist die Heilung unserer unbewussten, inneren und schmerzhaften Fixierungen unmöglich.

* Ein Erkennen des Grades des unauthentischen, strategischen Selbst in allen Menschen und wie sehr wir uns damit als dem identifizieren, was wir zu sein meinen. Alle Probleme, für die wir therapeutische Heilung brauchen, werden von der Präsenz des strategischen Selbstes zusammengehalten und nur seine Dekonstruktion kann jemals in der Erschaffung unseres authentischen Selbstseins resultieren und damit in einer wahren Genesung der Quellen unserer emotionalen Wunden von unserer Ursprungsfamilie.

* Ein auf ‚taffer Liebe’ („tough love“) basierendes Modell eines Entmedikations- und Entzugsprozesses. Keines der derzeitigen, psychotherapeutischen Modelle fordert die medikativen Aspekte gesellschaftlich anerkannter Verhaltensformen - die einen ebenso virulent betäubende Wirkung für unsere Schmerzen haben wie Alkohol und Drogenmissbrauch - angemessen heraus. Unsere Beziehungen jeglicher Art, mit anderen, mit der Spiritualität, mit unserer Auffassung von Erfolg und vor allem mit unserer Suche nach dem, was wir unserer Meinung nach dazu brauchen, um glücklich und persönlich erfüllt zu sein, sind von unbewusster Urwertlosigkeit und Strategien durchtränkt. Ohne eine harte Konfrontation dieser gesellschaftlich anerkannten, überall vorhandenen Ebenen psychopathologischer Muster, wird eine Therapie nur die Wunden behandeln, aber keine Basis für das erlauben, was für eine wirkliche Heilung notwendig ist.

* Ein Weg, um auf der existentiellen Ebene Zugang zu emotionale Wunden zu erlangen, sie zu verarbeiten und zu heilen. Unsere tiefste Verzweiflung und unser Abgespaltensein vom Selbst leben auf einer präverbalen Ebene der Wunden, in der die Realität an sich durch den Mangel an energetischer und emotionaler Bindung mit unseren Bezugspersonen unsicher gemacht wurde. Ohne einen proaktiven Weg, um Zugang zu dieser Ebene der Wunden zu gewinnen und sie zu heilen, wird jegliche Arbeit, die Fixierungen in späteren, verbalen und situationsbedingten Entwicklungsformen der Wunden zu adressiert, nur in einem partiellen Herausarbeiten unserer Themen und dem Fortbestehen unseres strategischen Selbst resultieren.

* Aufbau einer wirklichen, auf dem Emotionalkörper basierenden, energetische Verbindung mit einem Facilitator emotionalen Wachstums oder Therapeuten. Nur wenn die Persönlichkeiten von Subpersonas beständig fühlen können, dass ein Facilitator fühlt, was sie fühlen, während sie es fühlen, wird ein energetischer Boden da sein, der den unverdauten, emotionalen Verstopfungen erlaubt zu heilen. Es ist nicht ausreichend, dass der Facilitator nur um unsere Gefühle weiß, empathisch und voller Sympathie ist und das erfordert eine völlig andere Berührungsfläche mit dem Facilitanten, als die, die von traditionell psychologischen Lehren gelehrt wird.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Viele transpersonal Pfade sagen, dass du zuerst die Verwundungen der Ursprungsfamilie adressieren musst, bevor du für spirituelle Praktiken qualifiziert bist. Was macht Theohumanitas so anders?

Theohumanitas lehrt, dass die Kriterien für psychologische Gesundheit gemäß den philosophischen Prämissen der Psychologie und den therapeutischen Praktiken, die die Kindheitswunden behandeln, auf beklagenswerte Weise dem nicht gerecht werden, tatsächlich die emotionale Reife zu begründen, die auf der wirklichen Heilung dieser Verstopfungen beruht. Die Erleuchtung des Emotionalkörpers (EBE) bedeutet ein gänzlich neues Kriterium dafür, wie unsere Kindheitswunden entstanden und in unserem Emotionalkörper gespeichert werden, verbunden mit einer neuen Grundlage für psychotherapeutische Maßnahmen, derer es bedarf, um die Probleme, die aus den verwundeten Kindheits- und Familiendynamiken stammen, wirklich zu heilen und nicht nur zu behandeln.

Auf Grund der Verwirrung in der modernen Psychologie bezüglich der Beschaffenheit und Rolle der Gefühle im menschlichen Leben, werden in gegenwärtigen, therapeutischen Techniken nur verhaltenstechnische, kognitive, philosophische, pharmazeutische, auf die Entwicklung bezogene Meilensteine und spirituelle ‚Medikamente’ eingesetzt, von denen keine die notwendige, emotionale Medizin anbietet, derer es bedarf, um unsere Kindheitswunden zu heilen. EBE ist der erste homöopathische Prozess emotionalen Wachstums, der einen Weg anbietet, der es uns erlaubt im Bereich psychologischer Heilung im Vergleich zu anderen Prozessen und Prämissen einen Quantensprung zu machen.

In diesem Sinn bietet EBE eine völlig neue Prämisse und einen neuen Weg an, um die Selbstauthentizität wahrer Selbstdifferenzierung zu erlangen, indem es die Bedeutung der vier Stufen der emotionalen Entwicklung des Menschen, die Beschaffenheit von Koabhängigkeit, wie auch die Definition von Selbstachtung neu definiert. Zudem wird die Vorherrschaft des strategischen Selbst bloßlegt - das sonst als der gegebene Zustand unserer Persönlichkeit als normal anerkannt wird – und es wird eine neue Grundlage für gesunde Beziehungen definiert.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Ich habe gehört, dass Theohumnitas behauptet, dass EBE dabei hilft, den auf der Weisenschaft beruhenden Zugang zur Nondualität in der buddhistischen Erleuchtung leichter zu erlangen. Warum?

Durch die Heilung in EBE wird der Zugang zum Unpersönlichen weitaus leichter, da nur ein ungeheiltes Ego ein (strategisches) Selbstbild braucht.

Anders gesagt, muss sich nur ein Ego, das noch von den strategischen Formen des Selbstseins geprägt ist – was automatisch so ist, außer man heilt die unbewussten und ungeheilten Wunden von der Kindheit tatsächlich, statt sie nur zu behandeln – an einem Selbstbild festklammern. Deshalb war es in der Vergangenheit so schwierig, tatsächlich einen auf dem Nondualen basierenden Erleuchtungszustand zu erlangen, weil dem egoistischen Widerstande gegen den Verlust der Wahrnehmung des persönlichen Egos, das Bedürfnis nach einem Selbstbild zugrunde liegt. Dieses Bedürfnis stammt direkt aus unserem unbewussten Wissen darum, dass unser Selbstbild nicht wirklich unser authentisches Selbstsein ist, das es aber das einzige ist, was wir als Ersatz für unser authentisches Selbstsein haben. Also halten wir uns verzweifelt daran fest. Wenn die Wunden im Ego durch EBE geheilt werden, wird der Griff um das eigene Selbstbild viel lockerer und ein geringeres, strukturelles Hindernis auf dem Weg zum Unpersönlichen, wodurch diese Reise um einiges leichter gemacht wird. Je mehr Menschen die tiefe Heilung durchlaufen, die EBE anbietet, um so mehr werden diejenigen, die nach dem Nondualen Zugang streben sehen, dass diese Aufgabe sehr viel leichter wird.

Die Schwierigkeiten, denen die meisten Suchenden auf dem Weg zur Erleuchtung bisher begegneten, wurden also nicht durch die Unfähigkeit verursacht, das Persönliche zu transzendieren sondern durch das Fehlen der Fähigkeit das Persönliche zu heilen. An einem geheilten Ego muss man sich nicht festklammern, weil man in EBE schon viele kleine Tode des Egos durchlaufen hat, wenn man von gesellschaftlich anerkannten Formen von Abhängigkeiten und Medikationen einen Entzug macht. Das Festhalten am Ego, mit dem wir in einem auf dem Unpersönlichen basierenden, spirituellen Engagement umgehen müssen, ist demnach um vieles schwächer, sozusagen von der eigentliche Heilanstrengung ausgedünnt.

Und weil keiner der erleuchteten, spirituellen Lehrer der Vergangenheit und Gegenwart das Ego vor dem Zugang zum Unpersönlichen geheilt hat, sind nur die strategischen Formen ihres Egos erleuchtet, ein Zustand, in dem der tiefste Zugang zum Unpersönlichen nicht möglich ist. Nur ein wirklich geheiltes Ego kann zur vollen Bandbreite und Tiefe des Unpersönlichen Zugang erlangen, da nur die emotionale Reife eines geheilten Egos keine unbewussten Schmerzvermeidungsstrategien als Motiv hat, die einem Strategischen Selbst innewohnen und die keine volle Heilung der Angst vor dem Verlust des Egos erlauben, die im Zugang des Unpersönlichen geschieht. Und natürlich stammen alle Neurosen und Psychosen, die bei Lehrern, deren Erleuchtung auf dem Unpersönlichen beruht, so offensichtlich sind wie die Koabhängigkeit in der Beziehung von Guru und Anhängern, von den ungeheilten Aspekten des Egos, das sogar noch nachdem zu einem gewissen Grad Zugang zum Unpersönlichen erlangt ist fortbesteht.

Theohumanitas lehrt auch, dass es nicht das Ego ist, das wir im Durchbruch des Zugangs zum Unpersönlichen verlieren, sondern die Angst vor dem Verlust des Egos. Es ist unmöglich, das Ego zu verlieren: wir können nur die Angst vor dem scheinbaren Verlust heilen. Wenn die herrschende Dynamik oder der Algorithmus der Erlangung des Zustandes einer auf dem Unpersönlichen beruhenden Erleuchtung als das Heilen der Angst vor dem Verlust des Egos gesehen wird und nicht dem tatsächlichen, strukturellen Verlust desselben, wird zum ersten Mal in der Geschichte eine gänzlich neue Metaphysik der Spiritualität möglich, die sowohl konzeptuell als auch energetisch, andächtige ("devotional") und nicht andächtige ("nondevotional"), spirituelle Traditionen verbindet. Zeitgenössische, spirituelle Lehrer, die das ‚Ego’ so sehr als Hindernis auf dem Weg zum Zustand des auf dem Unpersönlichen beruhenden Erleuchtungszustand schmähen, machen damit nur ihren eigenen Mangel der Verkörperung emotionaler Reife sichtbar und begrenzen sich damit selbst auf einen Bereich nur spiritueller Errungenschaften statt einer vollen, spirituellen Reife.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Wenn das Paradigma von Theohumanitas wirklich stimmt, warum vertritt dann nur Daniel diese Auffassung und keine anderen, spirituell erleuchteten Lehrer?

Weil alle anderen Lehrer nur im Sinne der Weisen- oder Heiligenschaft erleuchtet sind. Das Bewusstsein der Erherzung geht über alle traditionellen Zustände der Erleuchtung hinaus und kann nur durch die dreifache Verkörperung von Personenschaft, Weisenschaft und Heiligenschaft innerhalb eines Lebens erlangt werden. Auf diese Weise hat kein anderer spiritueller Lehrer die Erleuchtung des Emotionalkörpers - die in der Personenschaft stattfindet, mit der Erleuchtung des Mentalkörpers - die in der Weisenschaft stattfindet und der Erleuchtung der ätherischen/chakralen Körper - die in der Heiligenschaft stattfindet, verknüpft. Die Erleuchtung des Emotionalkörpers war bisher noch nicht verfügbar und kann durch keinen traditionellen oder modernen, spirituellen oder therapeutischen Weg erlangt werden. Und ohne das vorangegangene Erlangen von Personenschaft, wird das unbewusste, strategische Selbst noch immer an seinem Platz sein, da die von der Ursprungsfamilie verursachten Wunden nicht geheilt wurden, die im spirituellen Lehrer immer verzerrende ‚Linsen’ verursachen werden, durch die er oder sie die Realität dann auf entsprechende Weise ‚sieht’. Diese ‚Linsen’ sind nicht durch die Erleuchtung des mentalen und der ätherischen/chakralen Körper transzendierbar, wie Lehrer des Ostens es behaupten: niemand ist von der Notwendigkeit, den Emotionalkörper zu erleuchten ausgenommen, am wenigsten erleuchtete Lehrer. Diese unsichtbaren Linsen werden den Zugang zur Architektur der menschlichen Seele und des Lebendigen Gottes begrenzen, ohne dass der Lehrer weiß, dass diese Verzerrungen stattfinden. Ohne das Erlangen der Personenschaft, wird ein Weiser oder Heiliger einfach nicht wissen, was sie nicht wissen und andere Terrains der menschlichen Beschaffenheit und der Göttlichen Ordnung der Dinge werden einfach ausgeblendet sein. Suchende sind eingeladen, dies für sich selbst zu prüfen, indem sie sich allen drei Bereichen der Heilung in der Erherzung widmen und dann das, was sie sehen mit dem vergleichen, was Daniel anbietet. Zwei bereits erleuchtete Lehrer hatten, als dies geschrieben wurde, genügend Personenschaft zu ihrer Bewusstseinsentwicklung hinzugewonnen, um die Darstellung der Erherzung, die Daniel als erster anbot, bestätigen zu können.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Theohumanitas behauptet, dass jede Dynamik im Leben zu zwei Dritteln Yin- und einem Drittel Yang-Energien beinhaltet. Bedeutet dass, dass Männer in intimen Beziehungen gegenüber den Frauen niemals energetisch gleichgestellt sein können?

Keineswegs. Das System ist auf andere Weise ausgeglichen.

Zwar bedarf das Yang für seine Existenz auf der existentiellen Ebene einer Yin-Energie, aus der es aufsteigen und auf der transaktionalen Ebene einer Yin-Energie, in die es eindringen kann, aber dafür kommt es bereits mit einem existierenden, grundlegenden Empfinden seines Selbst. Das Yin hingegen kann seine tiefste Form einer Empfindung seines Selbstes nur in Reaktion zu einem Yang erlangen. Das Yin braucht die Präsenz eines Yang, um sich selbst ‚darum herum zu legen’, so dass es die vollste Erfahrung der ‚Umrandungen’ oder ‚Kanten’ seiner tiefsten Realität erleben kann. Ein junges Mädchen etwa, kann ohne eine starke, gesunde und nicht machohaft verankerte Vaterpräsenz nicht die erschöpfendste Tiefe ihres eigenen Yin, ihrer Weiblichkeit erleben und ohne das, wird sie keine nicht strategische, authentisch verankerte Fülle all ihrer Ausdrucksweisen der Yin-Kraft manifestieren können. Auf diese Weise ist das transaktionale Spielfeld zwischen Männern und Frauen immer ausgeglichen: Yin und Yang brauchen einander für die eigene, tiefste Erfahrung von sich selbst.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Theohumanitas lehrt, dass wir in den Dynamiken der Personenschaft lernen, auf energetische Weise das Gefühl des Selbstwertes tatsächlich ausreichend zu verkörpern, um Fülle empfangen zu können. Aber in der Arbeit der Heiligenschaft lehrst du auch, dass wir das, was wir im Leben wollen hingeben müssen und dem Vertrauen sollen, was der Schöpfer für unser Leben will. Wie passen diese beiden Ausführungen zusammen?

Diese Frage demonstriert die grundlegende Verwirrung darüber, wie wir unsere Menschlichen Aspekte mit unseren Göttlichen zusammenbringen können. Eine Verwirrung, die seit Tausenden von Jahren in den Religionen verankert ist. Alle spirituellen Ausrichtungen, ob auf der New Age Bewegung beruhend oder traditionell, östlich esoterisch oder westlich exoterisch, andächtig/devotional oder nicht andächtig, müssen ganz einfach auf Grund ihrer Weltanschauung irgendeine Version der Transzendenz oder Negation der menschlichen oder egoischen Aspekte unseres eigenen Seins als Voraussetzung für die Erlangung spiritueller Errungenschaften lehren. Von diesem alten Paradigma ist zur Zeit auf Erden keine spirituelle Lehre oder spiritueller Lehrer ausgenommen.
 There is no exception to this old paradigm in any spiritual teaching or by any spiritual teacher in the earth at the moment.

In Theohumanitas wird durch das Erlangen der authentischen Personenschaft durch die Dekonstruktion des gegenwärtigen, strategisch verankerten Selbstseins - das mit bewussten und unbewussten Abhängigkeiten und Medikationen angefüllt ist – der noch nicht manifestierte, existentielle Selbstwert und die Selbstverbundenheit befreit, mit denen wir geboren wurden. Während des langsamen Entzugs von gegenwärtigen physischen, emotionalen, intellektuellen und spirituellen Medikationen, die als falscher Ersatz für den wahren Selbstwert und die Verbindung mit dem Selbst, anderen und Göttlichen Energien funktionieren, fallen die Begierden und Sehnsüchte, die in unserem strategischen Selbstsein verankert sind, auf natürliche Weise weg, so dass es kein Leid mehr verursacht, uns ‚in Gott hinein fallen zu lassen’.

Anders gesagt ist der Schöpfer nur an der authentischen Version unseres Selbstseins und den gesunden Wünschen interessiert, die unserem vom Wesen her auf Selbstwert basierenden Herzen innewohnen. Wenn wir diese, von Kindheitsproblemen geheilte Form des Selbstes in der Personenschaft durch EBE manifestieren, fangen die ungesunden, medikativ geprägten Begierden und Sehnsüchte, die damit verbunden sind und uns gegenwärtig ein falsches Empfinden von Wert und Verbundensein geben – so dass die Art, auf die wir uns gegenwärtig auf Formen der Fülle und Errungenschaft beziehen, den Zustand unseres Glücklichseins definiert - automatisch an wegzuschmelzen.

Unsere Menschlichen und Göttlichen Aspekte waren niemals im Konflikt miteinander: nur unsere alten Auffassungen und unser altes Verständnis der Dinge - die nicht darum wussten, wie das Menschliche zu heilen ist und somit auch keine Grundlage dafür schaffen konnten das Göttliche tatsächlich zu erleben, ohne eines Glaubens zu bedürfen - lagen im Konflikt. Theohumanitas weiß um diese Heilung und schafft eine entsprechende Grundlage.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Theohumanitas tritt so leidenschaftlich dafür ein, dass die spirituellen Disziplin in eine Form der Weisenschaft und eine der Heiligenschaft unterteilt werden sollte. Kannst du erklären warum?

In den östlichen, esoterisch spirituellen Traditionen herrscht eine große Verwirrung bezüglich dem Unterschieds zwischen dem auf Andacht beruhenden, Heiligenhaften Einheits-Einsseinsbewusstsein und dem nicht auf Andacht beruhenden, wahrhaft Weisenhaften Zugang zum Nondualen Sosein, der für den vollsten Grad der Erleuchtung notwendig ist. Am prägnantesten kommt dies durch die Diskrepanz zwischen den Erleuchtungszuständen zum Vorschein, die auf der Tradition von Advaita basieren und denen, die auf reinem Zen Buddhismus basieren. Die Ängste, die mit der Verkörperung eher Heiligenhafter Formen spiritueller Errungenschaften in Verbindung stehen, unterscheiden sich deutlich von denen, die mit den Weisenhaften Formen verbunden sind, weshalb es zweier sehr unterschiedlicher Heilpfade bedarf. Und keiner der traditionellen Pfade hat je die Bedingung mit einbezogen, die Ängste auf der Ebene des persönlichen Selbstseins zu heilen. Selbst moderne, transpersonale Modelle, die vorgeben, eben jene Notwendigkeit zu lehren, verfehlen auf Grund ihrer Kriterien für das Erlangen psychchologischer Tauglichkeit das Ziel bei weitem und reichen nicht an wahre, psychoemotionale Heilung heran, derer es für wirkliche spirituelle Reife bedarf. Außerdem bringt der wahre Zugang zum Nondualen Sosein nicht die Transzendenz der Illusion des Egos mit sich sondern das Heilen der Angst vor dem Verlust des Egos. Diese grundlegende Unterscheidung, die weder vom Buddha, noch irgendeinem nachfolgenden, erleuchteten Lehrer gelehrt wurde, liegt der Verwirrung zwischen den Persönlichen, Heiligenhaften und Weisenhaften Ebenen des Bewusstseins zu Grunde.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Wie unterscheidet sich die Auffassung des Macher-Schöpfer Gottes von Theohumanitas von der traditionell religiösen Auffassung eines persönlichen Gottes?

Alle Formen eines persönlichen Gottes im Rahmen alter, paradigmatischer Formen von Religionen des Massenbewusstseins, benötigen Glauben und persönliche Wertlosigkeit vor Gott. Diese Verzerrung ist der Grund dafür, warum diejenigen, die sich zu einem tiefen Glauben an einen persönlichen Gott bekennen auch diejenigen sind, die die Schuld für einige der hasserfülltesten und gewaltsamsten Verhaltensweisen in der Geschichte unserer Gattung tragen.

Die Menschen haben schon immer anthropomorphe Eigenschaften auf ihren Gottvater projiziert. Alle Religionsformen des Massenbewusstseins, die Eigenschaften der Männlichkeit, die Notwendigkeit der Anbetung, der Bestrafung und Eifersucht sehen, sind Opfer unbewusster Projektionen der Ängste unerleuchteten Bewusstseins auf den Macher-Schöpfer eines bedenkenlosen Seins ("unconsidered Being). Tatsächlich können wir bezüglich der Beschaffenheit des Macher-Schöpfers nichts anderes erfahren, als die Liebe, die-als-Solches-Ist und als tiefste Essenz aller sichtbaren und unsichtbaren Dinge schwingt. Nur wenn wir durch die Heilung der Ängste eine wirkliche, persönliche Beziehung mit diesem Mysteriösen Macher-Schöpfer Wesen erzeugen, werden wir für immer transformiert sein. Diese persönliche Beziehung beruht nicht auf Glauben sondern dem tatsächlichen Aufgehen und Verweilen in einer sich selbst bestätigenden Realität. Dies wird möglich, wenn man die unbewusste Urwertlosigkeit und das Urabgespaltensein vom Selbst geheilt hat. Nur wenn wir die Ängste persönlicher Urwertlosigkeit heilen, die weisenhafte Angst vor dem Verlust des Egos und die heiligenhaften Ängste davor, das Ego zu behalten, es aber mit dem Einssein von Allem zu vermischen und die persönliche Souveränität an eine Macht hinzugeben, die größer ist als wir, werden wir jemals die Chance haben, persönlich mit der Liebe des Macher-Schöpfers eines bedenkenlosen Seins ("unconsidered Being) zu Verweilen und darin aufzugehen.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Es gibt einige spirituelle Pfade, die man immer weiter beschreitet und die wie bei einer Zwiebel durch das Abschälen von Schichten immer tiefer führen. Wie unterscheidet sich EBE davon?

Diese Pfade haben eine ähnliche Struktur, unterscheiden sich aber im Inhalt. EBE sagt auch, dass eine Zwiebel immer weiter zu schälen ist. In anderen spirituellen Traditionen unterliegt das, was das Schälen der Zwiebel genannt wird aber anderen Kriterien als denen von EBE. Sie setzen keine unbewussten Motivationen als Teil ihrer Kriterien voraus. EBE bezieht diese unbewussten Motivationen mit ein, die durch die realitätsverzerrenden Linsen aus der Kindheit vermittelt werden, denen spirituelle Lehren keine volle Beachtung schenken. Sie beachten nur partielle Versionen derselben. EBE behauptet, dass es unmöglich ist, spirituelle Reife zu erlangen, bevor wir emotional reif sind. Das Schwierige daran ist, dass vor dem Schälen der Zwiebel auf existentielle oder spirituelle Weise nur sehr wenige spirituelle Standpunkte emotionale Reife verlangen. Selbst diejenigen die dies tun – wie die transpersonale Psychologie – haben kein Modell, das dem Ausmaß des strategischen Selbstes entsprechend wirksam genug ist, um tatsächlich für emotionale Reife qualifizieren zu können.

In anderen Worten sagt EBE, dass emotionale Reife das einzige Ziel von Psychotherapie sein sollte und es bietet Kriterien dafür an. Das unterscheidet sich deutlich von vielen psychologischen Standpunkten, die dir helfen wollen, eine Phobie zu überkommen, im Leben effektiver zu sein oder weniger auf andere zu projizieren und es hat mehr Klarheit bezüglich der widersprüchlichen Prämissen, an denen dein Verstand innerhalb der Lebenslandkarte festhält. Unser Kriterium für emotionale Reife beinhaltet die Dekonstruktion genau jenes Teils oder Aspektes von dir, der all diese anderen Bilder wirklich sein lässt.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Wie kann Theohumanitas behaupten, dass bisher niemand die tiefste Ebene der Erleuchtung erreicht hat, ohne diese Menschen persönlich gekannt zu haben?

Dafür gibt es zwei Gründe. Einer ist, dass die Kriterien von Theohumanitas für das Erlangen dessen, was ein Erleuchtungszustand genannt wird, weitaus strikter sind als die der Paradigmen spiritueller Errungenschaften gemäß den östlich esoterischen Traditionen, wie die Gotteserkenntnis des vedischen Mystizismus, der nodnualen Soseins Zugang durch ein Satori des Zen Buddhismus und der erwachte Zustand, der von Advaita vertreten wird. In allen modernen oder traditionellen Paradigmen, die einen Erleuchtungszustand anstreben, besteht die Auffassung, dass die Ursache des menschlichen Leidens die illusorische Identifikation mit der egoischen Bewusstseinsschicht ist und die Transzendenz des egoischen Zustandes durch Expansion oder Auslöschung des dualistischen Bewusstseins den Weg zur Befreiung frei macht.

Entsprechend der Auffassung von Theohumanitas wird das menschliche Leiden durch drei grundlegende Ängste verursacht - die allen menschlichen Wesen gemein sind - und nicht durch die ausschließliche Identifikation mit Egozuständen. Außerdem ist es nicht der Verlust des Egos, der im Durchbruch einer meditativen oder direkten Errungenschaft von Erkenntnis gewonnen wird sondern die Angst vor dem Verlust desselben. Und zweitens verlangt keine moderne oder traditionelle Lehre die Heilung der von der Ursprungsfamilie herrührenden, emotionalen Verstopfung als Teil der spirituellen Aufgabe und vor allem nicht mit den weitaus strikteren Kriterien für psychologische Tauglichkeit, die von Theohumanitas gelehrt werden.

Auf Grund dieser Unterschiede lehrt Theohumanitas, dass spirituelle Errungenschaft nicht das gleiche ist, wie spirituelle Reife. Wenn man ein neues Kriterium anbietet, dann muss man das, was vorher bestand und diejenigen, die im Rahmen des vorherigen Paradigmas gearbeitet haben, nicht persönlich gekannt haben: das neue Paradigma definiert die Ziele und das bedeutet, dass ihnen auf andere Weise entsprochen werden muss und niemand aus der Vergangenheit hätte dem entsprechen können, da die neuen Mittel und Wege damals nicht zugänglich waren.

Somit behauptet Theohumanitas, dass es in Ermangelung wahrer emotionaler Heilung unserer Kindheitswunden, das unauthentische, Strategische Selbst des Erleuchteten ist, das zu nondualem Sosein erwacht und nicht das wahre, Authentische Selbst. Das ist es, was uns davon abgehalten hat, Erherzung zu erlangen, ein Bewusstseinszustand der weit über das hinausgeht, was Erleuchtung genannt wurde.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Kann Daniel bitte sagen, wie Heilung im Bereich der Personenschaft seine Beziehung mit den anderen beiden Aspekten Gottes - dem Schöpfer (Heiligenschaft) und der Nondualität (Weisenschaft) - verändert hat?

Die Heilung des Emotionalkörpers in der Personenschaft wirkt sich direkt darauf aus, wie ich mich auf die zwei Wurzelaspekte Gottes - den Macher-Schöpfer und das Nonduale Sosein - beziehe und darin verweile und aufgehe.

Obwohl ich seit meiner Kindheit fühlen konnte, dass der Schöpfer mich fühlt, ist der Grad, zu dem ich zutiefst mit dieser Präsenz aufgehen kann der Grad, zu dem ich mich auf authentische Weise selbst liebe statt mich strategisch selbst zu bezweifeln. Der Schöpfer ist die Ultimative Authentizität und Verkörperung Ultimativer Liebe. So lange ich auf strategische Weise unauthentisch blieb und in Fusion mit auf Angst basierenden Fusionsreaktionen, die von den Wunden aus der Kindheit herrühren und die meine Beziehung zum Leben gelenkt haben, konnte ich nicht mit der Liebe und Authentizität des Schöpfers aufgehen und darin verweilen: wo Angst ist, kann Liebe nicht weilen.

Anders gesagt hat die intime Beziehung mit dem Schöpfer die gleiche Grundlage, wie intime Beziehungen mit anderen Menschen: der Grad eines gesunden ‘horizontalen’ Raums ‘zwischen’ dem Schöpfer und mir ist der Grad, zu dem ich einen gesunden ‚vertikalen’ Raum in mir zwischen meinem authentischen Selbst und den Fusionsreaktionen meines strategischen Selbstes geschaffen habe. Wenn zu wenig Raum zwischen mir und meinen strategischen Fusionsreaktionen ist, werde ich entweder mehr Abstand zu dem Raum zwischen dem Schöpfer und mir hinzufügen oder den Raum zusammenfallen lassen und auf koabhängige Weise mit einer falschen Version von Ihm fusionieren.

Und je mehr Wunden in der Personenschaft heilen, um so weniger beziehe ich mich auf den Nondualen Aspekt Gottes. Es gibt keine wirksamere Droge, um bewusste und unbewusste Egoschmerzen zu betäuben, als den Zugang zum Nondualen. Alle spirituellen Lehrer, die ihre Kindheitsprobleme nicht vor der Erleuchtung geheilt haben, hatten gar keine andere Chance, als diesen Zugang als eine solche Droge zu nutzen. ich musste sogar die Tür zu meinem Zugang zum Nondualem Sosein für einige Zeit nach meinem Erwachen schließen, um EBE entwickeln zu können und sicherzustellen, dass ich tatsächlich meine eigenen, unbewussten und emotionalen Verstopfungen ausreichend fühlen konnte, um sie verfolgen und von den dualistischen Egoproblemen heilen zu können. Danach konnte ich mit einigem Vertrauen den Zugang zum Nondualen erneut öffnen. Als ich dies tat, stellte ich fest, dass da eine nahtlose Deckung zwischen dem Ego und der Nondualität besteht, so dass das verweilen mit dem einen, das Verweilen mit dem anderen nicht ausschloss. Das ist aber in einem Nondualen Lehrer nicht möglich, außer wenn die unbewussten, emotionalen Verstopfungen geheilt sind, weshalb fast alle in ihren Lehren den Fehler der Aufspaltung des Seins in persönlich gegen unpersönlich und Ego gegen nicht-Ego begehen. Selbst die nondualen Lehrer, die diese Spaltung nicht unterrichten, können diese Wahrheit nur lehren, sie aber nicht verkörpern.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Wie sieht Erherzung aus und wie fühlt sie sich an?

 Im Vergleich zu dualistischen Zuständen oder selbst nondualistischem Zugang, ist das Erlebnis von Erherzung so, als erführe man den Unterschied zwischen der Fotografie einer Landschaft und dem tatsächlichen Aufenthalt in eben jener Landschaft. In jedem Moment gibt es eine sanfte Übereinstimmung zwischen der intensiven Erfahrung dualistischen Inhalts und dualistischer Strukturen, dem darauf folgenden Erlebnis dieser Strukturen und Inhalte als aufsteigende Vordergrundsphänomene vor dem eigenschaftslosen Hintergrund Nondualen Soseins und dem Erkennen, dass sowohl Vorder- als auch Hintergrund Ausdrucksformen der Universellen Liebe des Macher-Schöpfers sind, der Liebe, die alle Dinge verbindet und belebt. 

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Warum behauptest du, dass es so weitreichende Auswirkungen auf Individuen, Familien und die Gesellschaft als Ganzes hat, dass in Philosophie, Religion und Spiritualität der Emotionalkörper nicht gesehen wird?

Theohumanitas betrachtet die Menschen an erster Stelle als emotionale Wesen, dann als mentale und schließlich als physische. Den bisher übersehenen Emotionalkörper gab es schon immer stromaufwärts von unseren Gedanken, Glaubensrichtungen, Wertesystemen, bewussten Absichten, Taten und Resultaten. Deshalb wirkt sich jegliche Verwundung im Emotionalkörper unweigerlich auf alles stromabwärts davon Liegende aus. Wenn 70% unseres Emotionalkörpers auf unseren unbewussten Schatten beruht, so werden all unsere bewussten Absichten, Werte, Taten und Resultate durch eben diese Schatten-Stauungen oder Blockaden auf unsichtbare Weise verdreht. Diese Tatsache wiederum wird gerade durch das Vorhandensein eben jener Stauungen für uns ausgeblendet. Das bedeutet, dass jemand, der seinen Emotionalkörper zu einem bedeutenden Grad heilt, im natürlichen Verlauf der Dinge ganz andere Werte haben und sich anders auf das Leben beziehen wird. Als Gattung haben wir bisher nur Wertesysteme angenommen, die mit den stromaufwärts liegenden emotionalen Verwundungen in Resonanz waren. Da der Emotionalkörper bisher nicht gesehen worden ist, haben alle Versuche das menschliche Leiden zu lindern, auf zwei Grundlagen aufgebaut: zum einen auf der Manipulation des Verstandes – als Versuch die Emotionen zu kontrollieren, wie in der Philosophie – oder aber darauf, den Emotionalkörper und das Selbst, welches einen besitzt, einfach zu umgehen, wie in vielen spirituellen Ausrichtungen. Und in Religionen findet beides zusammen statt.

Die Beleuchtung des Emotionalkörpers enthüllt somit nicht nur die Begrenzungen dieser Art von Paradigmen, sie zeigt ebenso, dass die Genese dieser Paradigmen und die unbewussten Anhaftungen an sie von Anfang an zu einem großen Maße eine Strategie unserer Verteidigungen war, um den Emotionalkörper versteckt zu halten. Jegliche Paradigmen dieser Art sind also gegen das Selbst gerichtete Kampagnen, die verständlicherweise auf der Angst vor der Rekapitulation der Verwundungen aus der Kindheit beruhen. Das bedeutet, dass alle Anhänger gegenwärtiger philosophischer, religiöser und spiritueller Paradigmen unsichtbare, selbst-destruktive, selbst-stagnative und unbewusste, gegen das Selbst gerichtete Motive als Wurzel ihrer Interessen in sich tragen. Somit können solche Paradigmen nur eine Behandlung der Symptome unseres Leidens anbieten, aber niemals die Ursachen an der Wurzel heilen, da dies von Anfang an der unbewusst entwickelte Plan war. Und da wir alle unser Leben innerhalb eines Familienkultes beginnen, in dem wir keine andere Wahl haben als das auf Wunden basierende Wertesystem zu schlucken, das unsere Eltern uns einflößen, ermöglicht uns die Beleuchtung des Emotionalkörpers, die falschen Identitäten abzulegen, die wir anlegen mussten. Dies ermöglicht uns auch einen Zugang zur ursprünglichen Version unseres individuellen Seins, welches wir verkörpert hätten, wären wir nicht von den unschuldigen und gut gemeinten aber ursächlich korrupten Systemen verdorben worden, mit denen wir von Eltern indoktriniert wurden, die es nicht besser wussten. Diese Ansicht, dieser Prozess, stößt eine Myriade heiliger Kühe in unserer Kultur vom Sockel, entsprechend derer wir konditioniert worden sind. Das beinhaltet auch bereits seit langem bestehende, falsche Vorstellungen über wahre Liebe und die Rolle der Eltern, falsche Auffassungen von Altruismus und Aufopferung, praktisch alle, auf Projektionen basierende Meinungen über Gott, darüber was eine gesunde Beziehung zur Arbeit ist und worum es in romantischer Intimität eigentlich geht.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Was genau macht die Bedeutung der Verbindung zwischen emotionaler und spiritueller Reife aus?

Da unsere Wurzelemotionalität strukturell gesehen zwischen unserem Mentalkörper und unserem Seelenfeld liegt, wird jedes Individuum, das spirituelle Errungenschaften anstrebt, ohne zutiefst das Dharma der Erleuchtung seines Emotionalkörpers anzugehen, unweigerlich solche Bestreben dazu nutzen, um auf unbewusste Weise seine Schattenaspekte zu umgehen, zu unterdrücken oder zu transzendieren. Seit 2500 Jahren verwendet des Strategische Selbst die Spiritualität, um emotional verankertes Leiden meistern zu können. Diese Dynamik hat zwar zu spirituellen Errungenschaften geführt, doch das Maß, zu dem die Errungenschaft als Medikation eingesetzt wurde, entspricht dem Maß emotionaler Unreife. Dies erklärt auch die hohe Anzahl spiritueller Lehrer, die sexuelle Verfehlungen auf der Ebene eines Teenagers begehen; die ihre Schüler misshandeln; Koabhängigkeit und Anhaftungen an das Nicht-Anhaften an den Tag legen sowie ein offensichtliches Selbstbild innerhalb eines Paradigmas pflegen, das davon spricht, dass es kein Selbst gibt, etc. Wenn ein Individuum versucht, das Ego durch Transzendenz oder durch die Hingabe an das Göttliche zu umgehen (was laut Theohumanitas eigentlich niemals vollbracht werden kann), so verursacht dieser Unterdrückungsmechanismus, dass die Schattenaspekte unausweichlich in anderen Lebensbereichen zum Ausdruck kommen. Genau dies ist der Grund dafür, warum katholische Priester, die versuchen ihre natürliche Sexualität zu unterdrücken, dazu tendieren, Jungen sexuell zu belästigen. Emotionale Reife ist eine Voraussetzung für spirituelle Reife, da nur die Erledigung der emotionalen Hausaufgaben in der Personenschaft sicherstellen wird, dass das Verfolgen eines spirituellen Pfades kein medikativer Versuch ist, das Selbst zu umgehen. Indem man durch EBE zuerst den Weg der Personenschaft geht, ist es dann das authentische Selbst, das buddhistisch erleuchtet wird oder im Schöpfer aufgeht. Und wenn dies so geschieht, wird ein solcher Zugang nicht auf koabhängige Weise dazu gebraucht werden, um Wunden abzudecken. Das Ergebnis ist dann, dass eine spirituell reife Person eines spirituellen Zugangs fähig ist, der tiefer und breiter ist als es bisher in der Geschichte des Bewusstseins definiert wurde. In diesem Sinne sind spirituelle Errungenschaften in anderen Paradigmen möglich, aber wahre spirituelle Reife, die nicht lediglich aus Errungenschaften besteht, ist immer nur dann zu verkörpern, wenn man vorher den Emotionalkörper erleuchtet hat.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Kannst du exakt sagen, was deiner Meinung nach in den meisten Formen der Psychologie oder spirituellen Therapien fehlt?

Wenn ein therapeutisches Paradigma nicht mit dem arbeitet, was EBE als universelle Architektur des Emotionalkörpers anbietet, wird es immer dahingehend begrenzt sein, lediglich Symptome zu lindern aber niemals wirkliche Heilung vollbringen können. Heilung bedeutet, sich auf der Ebene der Struktur der Subpersönlichkeiten zu den Ursachen der Entstehung der Symptome durchzuarbeiten und diese dann so zu verarbeiten, dass die Symptome nicht mehr triggerbar sind. Heilung bedeutet nicht, Symptome bloß effektiver meistern zu können. Therapie, die nicht mit der wahren Architektur des menschlichen Emotionalkörpers arbeitet, ist wie ein chirurgischer Eingriff, der ohne ein Verständnis von der Anatomie des Körpers geschieht – so wie in den Anfängen der Chirurgie. Ergebnisse lassen sich in beiden Fällen erzielen, aber der Unterschied zwischen einem Vorgehen ohne anatomisches Verständnis und einem Vorgehen mit anatomischem Verständnis ist wirklich kaum vergleichbar.

Hinzu kommt, dass der Grad, zu dem ein Paradigma kein Wissen über das Strategische Selbst und dessen Agieren hat, genau der Grad sein wird, zu dem es darin beschränkt ist, lediglich dem Strategischen Selbst dabei zu helfen, das Leben besser zu meistern und es sogar darin zu bestärken, es buchstäblich zu befähigen, die Kernwunden besser verstecken zu können. Dies ist das genaue Gegenteil dessen, was EBE anstrebt. In EBE geht es nicht darum, die Mechanismen der Lebensbewältigung zu verbessern oder dem Ablassen schwieriger Gefühle Raum zu geben, um die Symptome zu lindern. Es geht vielmehr darum, die Bewältigungsmechanismen gänzlich zu entfernen, so dass tiefliegende Kernemotionen hervorkommen können, um zutiefst erkannt und gefühlt zu werden damit sie schließlich heilen, so dass das Wesen mit offenem Herzen und ohne Verteidigungsmechanismen leben kann.

Und als letzter Punkt sei noch gesagt, dass in therapeutischen Paradigmen ein tiefgreifender Zugang zum Strategischen Selbst meistens durch ein mangelndes Verständnis darüber verhindert wird was Medikationen eigentlich sind. Eine Medikation ist alles was verwendet wird, um nicht zu fühlen. Denn genau das führt dem Strategischen Selbst regelrecht Treibstoff zu, da es keine wahre Liebe umsetzen („transact“) kann. Praktisch keine psychologischen, psychiatrischen oder psychoanalytischen Paradigmen verlangen strenge Entmedikations-Prozesse („demedication processes“) als Bestandteil ihrer Therapieformen. Meistens tendieren sie zu der Haltung „wenn es funktioniert, dann nimm es oder mach es“, ohne zu hinterfragen, was „funktionieren“ bedeutet oder ohne einen Weg zu haben, um die unbewussten Motive zu betrachten, die hinter einem medikativen Verhalten, einem Selbstbild, nicht hinterfragtem Glücklichsein, Substanzen und besonders hinter romantischen Beziehungen liegen könnten. Romantische Beziehungen sind in Form von Koabhängigkeit zu einem gewissen Grad fast immer eine Medikation.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Wie wirkt sich dein Bild vom menschlichen Herzen auf unser Substanzsuchtverhalten aus?

Praktisch alle Paradigmen, die versuchen Süchte zu behandeln, tun dies entweder im Kontext simplifizierenden Abstinenzverhaltens (im Rahmen dessen der Grund dafür, warum man überhaupt erst zu Substanzen greift, gar nicht erst angesprochen wird) oder aber der Süchtige wird zu einem gewissen Grad schlecht gemacht (meistens durch subtile oder aber auch weniger subtile Beschämung). Diese Beschämung ist unvermeidbar, wenn die subpersonalen und auf die Substanz ausgerichteten Aspekte des Süchtigen nicht zutiefst verstanden und gefühlt werden und das emotionale Thema in diesem Kontext nicht zum Vorschein gebracht wird, welches durch den Substanzeinsatz betäubt wird. Wenn dies nicht geschieht, so rekapituliert die Entwertung und Nicht-Bestätigung jenen ursächlichen Grund, aus dem der Süchtige überhaupt erst zu einem Suchtmittel greift. Dies erklärt, warum die „Erfolgsraten“ im Bereich der Behandlung von Süchten tendenziell zwischen fünf und fünfzehn Prozent liegen. So lange die Struktur des Emotionalkörpers ignoriert wird, der stromaufwärts vom Substanzgebrauch ist und in dem die eigentliche Ursache für die Sucht liegt, kann das beste Entzugs-Programm lediglich auf dem Mentalkörper basierende, kognitive und verhaltenstechnische Modifikationstechniken anbieten, die den Suchtmechanismus unberührt lassen und dem Süchtigen lediglich eine andere Medikation im Austausch für die alte anbieten. Diese im Austausch angebotenen Medikationen sind häufig: ein Glaube an eine höhere Macht, Selbsthilfegruppen, alternative Substanzen wie Tabak und gesellschaftlich anerkannte Verhaltensweisen, die sich durch repressive Selbstkontrolle auszeichnen. Im Rahmen von EBE wird eine Subpersona, die sich zutiefst lieben lassen kann, keine selbstdestruktiven Substanzen mehr wollen oder brauchen, da die Substanzen immer nur ein Ersatz für echte Liebe waren. In diesem Sinne bietet Theohumanitas die Auffassung an, dass der Umgang mit auf Substanzen bezogenen Süchten keiner Selbstkontrolle oder Selbstdisziplin bedarf – außer in dem Sinne, dass es eventuell einer zeitweiligen Entmedikation („demedication“) bedarf, um Zugang zu dem Teil zu bekommen, der die Substanz verwendet. EBE bietet an, dass langfristig gesehen der auf Wunden basierende Suchtmechanismus des Individuums so tiefgreifend geheilt werden kann, dass die Beziehung zur Substanz für immer geheilt ist, was dadurch bestätigt wird, dass das Individuum sich in Bezug auf die Substanz nicht disziplinieren muss und sie in manchen Fällen sogar vereinzelt einnehmen kann, ohne davon erneut in Beschlag genommen zu werden.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Du sagst, dass sowohl Jesus als auch der Buddha die Bedeutung des Emotionalkörpers nicht gesehen haben, was in der christlichen und buddhistischen Weltanschauung einige große Lücken in Bezug auf die Beschaffenheit des Menschen kreiert hat. Kannst Du das erklären?

Die auf dem Emotionalkörper beruhenden Schattenaspekte von Yeshua und dem Buddha (welche von ihren Anhängern niemals gesehen wurden und mit denen sie deshalb innerhalb der auf ihren Lehren beruhenden Paradigmen niemals konfrontiert wurden) richten in unserer heutigen Gesellschaft noch immer Verwüstung an und zwar in der Form gesellschaftlich anerkannter Glaubensauffassungen und Jahrhunderte alten Konditionierungen. Yeshuas Themen der Wertlosigkeit haben im Christentum partiell eine Religion gesät, in der man Gottes würdig wird, indem man Seiner unwürdig ist. Und genau an dieser Stelle finden wir den Sitz der Wertlosigkeit und die Negativierung des Egos, auf dem die Mythen von Altruismus und Selbstlosigkeit beruhen. Die christliche Auffassung, dass wir uns nur indirekt selber helfen sollten, indem wir anderen helfen, in der Annahme, dass sie das gleiche für uns tun werden, lässt keinen Raum dafür, dass ein gesundes Ego für seine eigenen Bedürfnisse und Wünsche eintritt. Statt dessen erschafft dies eine Kultur der Koabhängigkeit, in der man gibt, um zu bekommen, was unweigerlich in unbewussten und von Groll geprägten Zurückweisungen mündet.

Der Buddha dachte, dass er seine Menschlichkeit transzendieren und somit das Leid beenden könne, eben weil er den Emotionalkörper nicht sah. Theohumanitas bietet an, dass nichts an unserer Menschlichkeit transzendierbar ist und dass unser Leid ganz durchgefühlt und geheilt werden muss. Das Erbe des Buddhismus sowie alle aus ihm entstandenen Paradigmen, sind auf Grund dieses Fehlers voller Verzerrungen. Ohne die Grundlage einer vorhergehenden emotionalen Reife, ist schnell zu sehen, dass alle Bemühungen irgendetwas zu transzendieren, strategische Versuche sind, die Nondualität als raffinierte Designer-Droge einzusetzen; eine Droge, die Meta-Raum injiziert, um reale emotionale Probleme abzuschirmen und zu belüften, sie dabei jedoch größtenteils intakt zu lassen. Aufgrund seiner emotionalen Unreife gründete Buddha ein Paradigma, das darauf beruht, dasjenige auszulöschen, was er für ein illusorisches Ego hielt, weil sein Strategisches Selbst das Ego als illusorisch betrachten musste, um den Schmerz darin zu transzendieren. Theohumanitas bietet an, dass es in einer authentischen Ausübung der Weisenschaft („Sagehood practice“) nicht darum geht, das Ego zu verlieren, sondern vielmehr darum, die Angst vor dessen Verlust zu heilen. Diese feine und zugleich enorme Unterscheidung setzt den Kontext der Ausübung der Weisenschaft auf eine grundlegend neue Basis und macht kategorisch deutlich, dass praktisch alle , auf Transzendenz basierenden Praktiken nichts weiter sind, als entweder ein fluchtorientiertes, medikatives Streben nach Glückseligkeit oder ein entmenschlichendes, unemotionales Asketentum. Beide Tendenzen zielen darauf ab, dem Schmerz des Emotionalkörpers zu entfliehen, für den es nun einen Pfad der Heilung gibt.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Wie wirkt sich deine Ansicht über emotionale Reife darauf aus wie wir Intimität sowohl verstehen als auch umsetzen?

Selbst einige der modernen, dem Mainstream zugehörigen Psychologen fangen an zu sehen, dass der Großteil der Gründe für unsere Partnerwahl auf Schatten basiert. Da es aber keinen Prozess dafür gibt, diesen Schatten tatsächlich zu heilen, können sie sich nicht zu diesen unbewussten Gründen durcharbeiten, sie verarbeiten und dadurch heilen. Wenn ein Individuum aus der Abhängigkeitsphase der Kindheit unerfüllte und ungeheilte Bedürfnisse mitbringt, ist Koabhängigkeit als Projektion auf einen erwachsenen, romantischen Partner (von dem diese Bedürfnisse dann erfüllt werden sollen) unvermeidbar und somit eine der am weitesten verbreiteten Medikationen auf der Welt. EBE bietet einen Weg an, um buchstäblich eine zweite Kindheit zu haben, in der diese unerfüllten Bedürfnisse aus der Abhängigkeitsphase endlich erfüllt werden. Somit wird der sonst unabdingbaren Koabhängigkeit in Bereichen erwachsener Transaktionen vorgebeugt. Eine emotional reife Person braucht keine Liebe von jemand anderem sondern eher mit jemand anderem und sie wird sich nicht klein machen, um zu passen („shrink to fit“), damit sie Liebe bekommt. Konventionelle Beziehungsweisheiten wie „in einer Ehe schwindet schlussendlich die Leidenschaft“ und „in Partnerschaften geht es immer um Kompromisse“, sind immer Kennzeichen einer Koabhängigkeit, innerhalb derer Individuen bereit sind, ihre eigenen Bedürfnisse aufzugeben oder zu schmälern, um ja nicht den Verlust der Beziehung zu riskieren.

Der Auffassung von EBE entsprechend geht es in einer intimen Beziehung nicht darum Sicherheit zu schaffen, Einsamkeit wegzuschieben oder dem Leben ein Gefühl des Sicherseins und der Vorhersehbarkeit zu verleihen, da nur jemand mit ungeheilten Wunden solche Dinge auf koabhängige Weise von einer anderen Person würde haben wollen. In der Intimität geht es darum, Angst im Rahmen des Liebesausdruckes zu heilen, der sich ohne Anstrengung und Festklammern zwischen zwei Personen bewegt. Die einzige Anstrengung dabei ist, das Fließen dieses Liebesausdrucks zu erlauben und das zu verarbeiten, was durch die Gutheit desselben hervorgebracht wird. Da die romantische Intimität die Konditionen der Kindheit rekapituliert, in der unsere emotionalen, mentalen und physischen Bedürfnisse von jemandem abhängig sind, der uns sehr nahe steht, ist eine romantische Beziehung der kraftvollste Schmelztiegel für das Emporsteigen von Verwundungen aus unserer Ursprungsfamilie. Deshalb wird romantische Intimität immer eines von zwei Dingen bewirken: entweder sie wird dazu dienen, die Wunden, die in ihrem Rahmen hochkommen zu dämpfen und zu medikamentieren und somit den Raum zwischen den beiden Partnern verstopfen, in dem die Liebe atmet; oder sie wird als Kontext für proaktive, emotionale Heilung dienen, in dem jeder seine eigenen koabhängigen Tendenzen verfolgt und sie vertikal in sich selbst verarbeitet, wodurch man sich mehr Selbstausdruck und Erfüllung erlaubt und mehr Raum dafür schafft, in dem die Liebe ohne Anstrengung fließen kann.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

Kannst du bitte erklären, warum du behauptest, dass es weder Selbstlosigkeit, Altruismus noch bedingungslose Liebe gibt?

All diese Vorstellungen gründen auf der fälschlichen Annahme, Menschen seien dazu fähig ohne Eigeninteresse zu sein. Die Vorstellung von Selbstlosigkeit wurde ursprünglich als Weg konzipiert, um die üblen Auswirkungen des „Eigennutzes“ und des Narzissmus des Strategischen Selbst meistern zu können, welches sich zu sehr an anderen festklammert und Grenzen überschreitet, um sein emotionales Verhungern zu kompensieren. Solange dieser „Eigennutz“ nicht als Kennzeichen unerfüllte Bedürfnisse aus der Abhängigkeitsphase erkannt wird und es auch keine Möglichkeit gab, mit der die damit in Verbindung stehenden Verwundungen tatsächlich verarbeitet werden könnten, mussten praktisch alle Paradigmen auf die eine oder andere Form eines Anti-Selbst-Kontrollmechanismus zurückgreifen. Dies reicht von der Transzendenz der Bedürfnisse in östlichen Dharmas, bis hin zu strengen moralischen und verhaltenstechnischen Benimmregeln im Westen. Die einfache, metaphysische Wahrheit ist aber die, dass es keine Selbstlosigkeit geben kann so lange es ein Selbst gibt. Bloß weil wir uns des Gewinns nicht bewusst sind, den wir durch eine bestimmte Wahl erlangen, können wir nicht behaupten, dass wir ohne irgendein Motiv des Selbstgewinns wählen. Selbst wenn jemand sein Leben riskiert, um jemand anderen zu retten, hat jene Person die Entscheidung getroffen, dem Leben der anderen Person mehr Wert beizumessen als ihrem eigenen, die eigene Sicherheit hintanstellend. Und diese Entscheidungen sind dem Selbst dienlich, da die entsprechende Person sie mit ihrem eigenen Wertesystem zum Einklang gebracht hat, welches sie dann durch übereinstimmende Taten unterstützen kann.

Es ist ausschlaggebend anzumerken, dass das, was die meisten Menschen als „bedingungslose Liebe“ bezeichnen, eine verzerrte und falsche Verwendung der spirituellen Universellen Liebe ist. Der Wunsch, bedingungslose Liebe auf der persönlichen Ebene umzusetzen, ist immer ein Kennzeichen unerfüllter Bedürfnisse aus der Abhängigkeitsphase, in der es nicht genügend Liebe gab. Dies wird immer stagnierende und koabhängige Beziehungen erschaffen, die durch Dynamiken geprägt sind, in denen es darum geht zu geben, um zu bekommen („give-to-receive“) und sich klein zu machen, um zu passen („shrink-to-fit“). Der häufigste Missbrauch bedingungsloser Liebe tritt bei Eltern auf die behaupten ihre Kinder bedingungslos zu lieben; wenn doch die offensichtliche Bedingung der Liebe die ist, dass es ihr eigenes Kind ist und nicht das eines anderen. Wir leben in einer dualistischen Welt der Bedingungen und somit ist es unmöglich, bedingungslos zu lieben. Eltern treffen die Entscheidung ein Kind zu haben und die Bedürfnisse des Kindes vor ihre eigenen zu stellen. Aufgrund dessen ist der Gewinn, den sie entsprechend ihres eigenen Wertesystems als Eltern daraus beziehen, ein trans-konditionaler Gewinn. In diesem Sinne gibt es auch keine Aufopferung, und wenn Eltern dem Kind diese falsche Auffassung vermitteln – wie dies in unserer Kultur so häufig geschieht – so schädigt dies das Kind in dem Ausmaß, in dem es das Gefühl hat, es schulde seinen Eltern etwas. Somit muss das Kind seine eigenen Abhängigkeitsbedürfnisse verraten und die Dynamik des Gebens-um-zu-Bekommen einsetzen, damit es die Liebe bekommt, die es braucht. Und zu dem Grad, zu dem dies geschieht, wird das Kind zum Elternteil der Eltern. Dieses Kind wird dann damit aufwachsen, dass die Bedürfnisse seiner Abhängigkeitsphase nicht erfüllt worden sind, um dann den Kreislauf wieder von vorne zu beginnen, wenn es selber Kinder hat.

Zurück zum Seitenanfang

 

 

 

© Daniel Barron, Alle Rechte vorbehalten
Keine Seite dieser Website, weder in Auszügen noch in vollem Umfang,
darf ohne die ausdrückliche Zustimmung von Daniel Barron oder dem Project Theohumanity kopiert werden.