Wir sind von weit her gekommen und haben einen noch weiteren Weg vor uns.

Die Bewegung aus den religiös ausgerichteten Paradigmen des finsteren Mittelalters hin zu den rationalen und wissenschaftlichen Paradigmen der Renaissance wurde durch den Mentalkörper ermöglicht, der die mystischen Weltbilder des finsteren Mittelalters mit der von ihnen ausgehenden Verfälschung unserer inneren und äußeren Wahrnehmungswelten konfrontierte. Dass die Mehrheit der Menschen auf der Erde sich immer noch an diese ausgedienten kollektivistischen und kindlichen Märchen aus einer prä-egoischen Phase der menschlichen Bewusstseinsevolution klammert, wirft ein düsteres Bild darauf, wie langsam unsere Spezies sich an fundamentale Veränderungen in ihrem Weltbild anpasst.

Der Beitrag von Prinz Siddhartha, der teilweise durch den uns bekannten Buddhismus weitergetragen wurde, betrachtet das menschliche Bewusstsein um Dimensionen differenzierter als es westliche Gute-Nacht-Geschichten in Christentum und Mohammedanismus tun. Dennoch gehört auch sein Beitrag der kollektivistischen, prä-egoischen Phase der menschlichen Evolution an. Seine Lehre geht sehr viel weiter als westliche Religionen, die ein sündiges Ego zum Grund für alles Leiden erklärten. Für ihn bestand die Ursache von Leiden in der Anhaftung an ein Ego, das in Wirklichkeit eigentlich gar nicht existiert, es sei denn als Artefakt, das entsteht, wenn der Mensch versucht, sich selbst zu betrachten.

Als ein Paradigma, das vor der Renaissance entstand, hat sich der Buddhismus ebenso wie seine Verwandten in den westlichen Religionen selbst überlebt, entsprang er doch den Weltbildern des Hindu-Mystizismus, für die das Individuum von jeher weniger bedeutsam für Menschheitsfragen war als die übergeordnete Identität der Gruppe. Indien beginnt erst jetzt, sich aus den Verzerrungen seiner kollektivistischen und verdummenden, familienorientierten religiösen und kulturellen Traditionen herauszuarbeiten und einen erwachseneren, mehr am Individuum ausgerichteten Rahmen zu finden. Es kann jedoch keinen neuen Beitrag zur Spiritualität leisten, weil das individualisierte Bewusstsein in Indien seit jeher an den Rand gedrängt wurde. Obwohl manche Aspekte des Zen Wesentliches über die menschliche Bedingtheit zu sagen haben, sieht der Buddhismus das Bewusstsein zu eng; seine transzendentale Entwertung dualistisch-egoischer Lebensbereiche lässt ihn nicht zu einem echten Lösungsweg für Menschen werden, die um ehrliche, sinnvolle Antworten auf die Fragen wer, was und warum sie sind, ringen.

Insofern hat der menschliche Mentalkörper uns aus Unwissenheit und kindlicher Religiosität mit den dazugehörigen kollektivistischen Lebensformen heraus auf eine mehr am Individuum ausgerichtete, egoische Ebene der menschlichen Bewusstseinsevolution gehoben, wie es der Absicht unseres Schöpfers entsprach. So bewirkte das Auftauchen des individuellen menschlichen Mentalkörpers aus dem schlammigen Grund von Gruppenidentität und kollektivistisch ausgerichteten Bewusstseinsformen in Ost und West einen echten Paradigmenwandel, dessen Folgen bis heute unser Leben prägen. Die unglaublichen Fortschritte der letzten 500 Jahre in Wissenschaft, Medizin, Technik und Zivilisation im Allgemeinen sind auf ihn zurückzuführen.

Aber dieser vom Mentalkörper hervorgebrachte Paradigmenwandel hat die Grenzen seiner Umsetzungsmöglichkeiten für die Menschheit erreicht, ähnlich wie das religiöse und mystische finstere Mittelalter zu seiner Zeit an seine Grenzen stieß. Die Vorherrschaft des Mentalkörpers über alle Bereiche des menschlichen Lebens hat unsere Gattung in eine Sackgasse geführt; die damit einhergehenden Beschränkungen in der Bewusstseinsweiterentwicklung machen uns blind für wirkliche Lösungen für die Herausforderungen, mit denen wir als Individuen und als Spezies konfrontiert sind. Die Fortschritte, die der Mentalkörper in diesem egoischen Zeitalter ermöglichte, fordern einen hohen Preis, den sich unsere Spezies gerade bemüht zu bezahlen. Wir suchen dabei mit dem Mentalkörper in den Bereichen von Verhalten, Philosophie, Einstellungen, Psychologie und Pharmakologie Lösungen dafür, wie und warum die Menschheit sich weiterhin so verfahren und selbstzerstörerisch verhält – sich selbst, anderen und der Erde gegenüber, der Mutter unserer Gattung.

Die Zeit für eine neue Renaissance des Bewusstseins ist gekommen - eine, die dem Herzen des menschlichen Emotionalkörpers entspringt. Der Emotionalkörper war für prä-egoische religiöse und spirituelle Weltanschauungen ebenso wenig zu erkennen wie für eher egoische, über den Mentalkörper vermittelte Wege, sich selbst und die Welt zu betrachten. Diese Paradigmen können den Emotionalkörper nicht besser erfassen als ein Fischernetz Wasser schöpfen kann.

Der Emotionalkörper spielt im menschlichen Bewusstsein eine viel primärere Rolle als sein jüngeres Geschwister, der Mentalkörper. Die von der Psychologie nicht zu erfassenden Stauungen in seiner Architektur zu sehen, zu erforschen und zu heilen, ist das fehlende Glied für einen neuen und fundamentalen Paradigmenwandel, der unabsehbare Auswirkungen auf alle Bereiche menschlicher Aktivität hat. Ein solches Paradigma steht uns jetzt zur Verfügung. Es kann uns endlich den Abschluss unserer egoischen Phase der Bewusstseinsevolution ermöglichen, was Paradigmen auf der Grundlage des Mentalkörpers nicht leisten können, und uns dann zur meta-egoischen Phase unseres Bewusstseins führen, die uns jetzt als Individuen, als Nationen und als menschliche Gattung ruft.

Das emotio-spirituelle Paradigma von Theohumanitas gründet sich auf eine neue Form unseres heiligen menschlichen Selbst-Seins sowie auf die wahre Natur und das Ziel der Bewusstseinsreifung auf der Erde. EBE der psycho-emotional angewandte Aspekt von Theohumanitas definiert die Kriterien für emotionale und spirituelle Reife neu, indem es davon ausgeht, dass nur ein Individuum, das sein eigenes Selbst vollständig und in emotionaler Reife bewohnt, überhaupt die Voraussetzungen dafür erfüllt, in DAS ‚einzugehen‘, WAS vor und unter allem dualistischen Leben liegt, in Heiligkeit und Weisheit. Der Buddhismus versagt darin, dies anzuerkennen. Sein misslicher Versuch, den individualisierten Bewusstseinsfokus zu transzendieren, indem er ihn als Illusion definiert, ,ist der Kern seiner Unfähigkeit, den Zugang zum Non-dualen Aspekt des Göttlichen Wesens auf eine spirituell reife Weise zu integrieren.

Theohumanitas fordert daher die unerhörte Unvollständigkeit aller gängigen psychologischen und therapeutischen Weltbilder heraus ,auch die des modernen Buddhismus und unserer prä-egoischen kollektivistischen Religionen. Weder der Glaube noch die Schriften, auf die sich diese Religionen stützen, konnten jemals den menschlichen Emotionalkörper, der wahre Mittelpunkt des Bewusstseins, sehen oder heilend mit ihm arbeiten, weil sie fälschlicherweise den Mentalkörper an die erste Stelle setzten. Theohumanitas stellt ebenso psychologische, philosophische, politische und wissenschaftliche Weltbilder jeglicher Art in Frage, die für sich in Anspruch nehmen, Lösungen für unsere globalen Probleme anbieten zu können, während sie in Wirklichkeit die globalen Herausforderungen, die sie zu lösen versuchen, mit verursachen.

Für Theohumanitas kann wahre Bewusstseinsreifung nur dann stattfinden und zu authentischer emotionaler und spiritueller Reife führen, wenn die folgenden drei primären, existentiellen Ängste wirklich geheilt und nicht nur transzendiert werden.

1) Die Angst davor, in der Welt zu sein, die in der Praxis der Personenschaft mit Hilfe des EBE-Prozesses angegangen wird. Dieser Prozess führt zur Erleuchtung des menschlichen Emotionalkörpers.
2) Die Angst davor, nicht in der Welt zu sein, die in der Praxis der Weisenschaft (Sagehood) mit Hilfe radikaler non-dualer buddhistischer Selbstbefragung und Avrassana-Meditation angegangen wird. Dieser Prozess führt zur Erleuchtung des Mentalkörpers.
3) Die Angst davor, nicht von der Welt zu sein, die in der Praxis der Heiligenschaft (Sainthood) mit Hilfe von Kontemplation der Stille, Gebet und der Hingabe aller Ergebnisse des eigenen Lebens im Rahmen einer persönlichen Beziehung mit dem Schöpfergott angegangen wird. Dieser Prozess führt zur Erleuchtung der menschlichen Äther- oder Chakralkörper.

Mit der Heilung dieser drei zutiefst existentiellen Grundängste hat Theohumanitas ein Mittel dafür anzubieten, wie der Bewusstseinszustand der Erherzung verkörpert werden kann. Erherzung ist ein neu definierter, unübertroffener und bisher nicht erreichbarer Zustand menschlicher spiritueller Reife. In diesem Sinn bietet Theohumanitas an, dass es genau die Version deiner selbst ist, die bisher all die spirituellen Ziele zu erreichen versuchte, die der Verwirklichung dieser Zustände im Weg steht, und zwar deshalb, weil diese Version deiner selbst auf unbewussten Ebenen Verletzungen in sich trägt, die auch mit Hilfe traditioneller oder moderner psychologischer oder psychotherapeutischer Paradigmen und Interventionen der Erfahrung verborgen bleiben.

EBE (Emotional Body Enlightenment), der Prozess, der zur Erleuchtung des Emotionalkörpers führt und der es uns ermöglicht, das individualisierte Selbst endlich als einen Ausdruck des Göttlichen Wesens zu begreifen und zu bewohnen, hat eine universell gültige Architektur der menschlichen Abwehrmechanismen anzubieten, Diese haben sich zu deinem Strategischen Selbst ausgeformt, das sich geschworen hat, niemals wieder Liebe und die Magie des Lebens hereinzulassen, weil das Herz nie das bekam, was es in der Kindheit wirklich gebraucht hätte.

EBE bietet Wege dafür an, liebevoll mit diesen Abwehrstrategien zu verhandeln, anstatt sie entweder spirituell zu transzendieren oder psychologisch aufzubrechen, so dass dein unmanifestiertes Authentisches Selbst, das deine ursprüngliche Bestimmung im Leben ist, organisch hervorkommen kann.

Nur ein Authentisches Selbst kann dann auf gesunde Weise die Ebenen wahrer Weisenschaft (Sagehood) und Heiligenschaft (Sainthood) erforschen, wenn auch in anderer Form als uns so viele Jahrhunderte lang gelehrt wurde. Theohumanitas postuliert, dass das 3.000 Jahre währende Streben nach Erleuchtung oder Erlösung von unbewusster Motivation getrieben und vom Strategischen Selbst verfälscht wurde, das nicht angemessen für die Teile in uns sorgen kann, die in der Kindheit Verletzungen erlitten.

Insofern geht es in dem Bild, das Theohumanitas von Weisenschaft (Sagehood), der buddhistischern, non-dualen Erleuchtung, hat, in Wirklichkeit um die Heilung unserer existentiellen Angst davor, nicht zu existieren und nicht etwa darum, unser Leiden oder unser illusorisches Selbst zu transzendieren.

Wenn Weisenschaftspraxis nicht auf emotionaler Reife aufbaut, die sich aus der Erleuchtung des menschlichen Emotionalkörpers ergibt und die das individualisierte Leben als eine von drei gleich wichtigen Ausdrucksformen des Göttlichen Wesens betrachtet, das sich hier durch das Menschsein ausdrückt, ist non-duale Erleuchtung nichts anderes als eine raffinierte Droge, mit der die unbewussten Abwehrsysteme versuchen, das Leiden des Emotionalkörpers in den Griff zu bekommen.

Man muss sich nur die Inkongruenzen der bestehenden Lehren, das Fehlen jeglicher echter Herzesverbindung zu Schülern und Anhängern, die egozentrische Ausrichtung auf die Person von Lehrern, die behaupten, das Ego transzendiert zu haben und den unübersehbaren Mangel an persönlicher Reife im Leben erleuchteter Lehrer betrachten, um zu erkennen, wie ihre emotionalen Verwundungen durch die Erleuchtung versiegelt und weggeschlossen wurden; dennoch werden diese Verletzungen im privaten und im öffentlichen Leben immer wieder sichtbar, trotz aller Erleuchtung.

In Bezug auf Heiligenschaft ist zu sagen, dass nur eine strategische Version des Selbst – eine, die ungeheilte Verletzungen aus der Kindheit zudecken möchte - ein Paradigma gut heißen könnte, das vertritt, wir seien vor Gott wertlos und unwürdig. Ein Authentisches Selbst hat eine völlig andere Verbindung mit dem Schöpfergott. Gott ist nicht dazu da, um unsere Verletzungen und die daraus resultierende Scham darüber zu lindern und auch nicht dazu, dass wir uns ein angenehmes Leben nach dem Tod sichern. Ein Authentisches Selbst sucht und findet ein energetisches Verweilen mit dem Lebendigen Gott; es braucht dazu keinen Glauben und keine kollektivistische Organisation als vermittelnde Instanz, keine Schriften und auch keine religiöse Autorität.

Führt man sich einmal die Gier, die Unsinnigkeiten, die Korruption und sexuellen Skandale sowie die unzähligen Varianten Heiliger Kriege vor Augen, die von Religionen ausgebrütet werden, die eine Verbundenheit mit Gott für sich in Anspruch nehmen, sieht man, wie die Metaphysik aller religiösen Paradigmen im Dienste verborgener Verletzungen des Emotionalkörpers stehen. Dies betrifft auch die Spiritualität damaliger und gegenwärtiger Lehrer im Bereich der Heiligenschaft, die Universelle Liebe lehren oder anderweitig verkörpern. Wenn nicht zuvor der individuelle Emotionalkörper erleuchtet wurde, wird jede Form Universeller Liebe einer Droge im Dienste der Linderung persönlicher Verletzungen reduziert, deren Wirkung bald wieder abflaut;, diese Verletzungen können nur auf dem Boden persönlicher Liebe und nicht durch Universelle Liebe geheilt werden können.

Theohumanitas ist somit der erste wirkliche Paradigmenwandel im menschlichen Bewusstsein seit über 500 Jahren. Es repräsentiert eine echte Zusammenführung von traditionellen und modernen, östlichen und westlichen Blickwinkeln, wobei es diese umarmt und in etwas ganz Neues integriert, gleichzeitig aber auch die blinden Flecken ihrer jeweiligen Perspektiven in Frage stellt. Insofern ist Theohumanitas nicht nur ein Weg des Herzens, sondern das Herz des Weges, ein Pfad zu Kriterien für den höchsten Gipfel unserer Bestimmung, die in sich nachvollziehbar und universell anwendbar sind, während wir dabei sind zu lernen, wie wir das magische Soul-arium der Liebe (engl. Wortspiel - „Seelen-Solarium“) , das wir Erdenleben nennen, bewusst bewohnen können.

 

 

 

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