In Theohumanitas hat die Erleuchtungspraxis des Mentalkörpers im Rahmen der Weisenschaft zwei ineinander greifende Pfade. Einer ist der Pfad tiefgreifender und radikaler Selbstbefragung und der andere der der Meditation. Die Zielsetzung der buddhistischen Erleuchtung wird geändert, indem es hier zuerst darum geht alle Überanhaftungen des Egos durch die Erleuchtung des Emotionalkörpers in der Personenschaft zu heilen und dann eine Mischung der Rinzai und Soto Traditionen des Zen einzusetzen, um die Überidentifikationen des Egos zu heilen. Es geht also nicht mehr um die Transzendenz eines illusionären Egos sondern um die Heilung der Angst vor dem Egotod, was zu einem tiefgreifenden und wirksameren Pfad dessen führt, was im Buddhismus Erleuchtung genannt wurde.
Der Pfad der radikalen Selbstbefragung führt den Suchenden durch sich fortlaufend vertiefende Stufen des Zugangs zum Nondualen Aspekt Gottes. Theohumanitas bezieht sich auf diese Stufen als Istheit, Einssein und Nichtsein. Jede Stufe hat eine Reihe eigener und spezifischer Übungen, die über einige Jahre hinweg im Satori, der Frucht des Lotus Platz machen werden.
Istheit bezieht sich auf die Tatsache, dass wir als Menschen lernen, dass die Dinge das sind, womit wir sie benennen. Dann vergessen wir, dass sie sind, was sie sind. Dann fangen wir an, uns zutiefst auf die Dinge als das zu beziehen, was wir sie nennen und nicht das, was sie sind. Dieser ständige Bezug auf Dinge als etwas was sie nicht sind, führt schließlich dazu, dass wir anfangen zutiefst zu dem zu werden, was wir nicht sind. All das, weil wir vom Dualitätsmechanismus unseres Mentalkörpers so sehr an der Nase herumgeführt werden.
Unsere Reise zur Erleuchtung beginnen wir in vier Schritten. Zuerst haken wir uns aus dem Denken aus, dass die Dinge das sind, was wir sie nennen. Dann fangen wir an zu realisieren, dass sie das sind, was sie in ihrem Sosein sind. Und wenn wir einmal anfangen in die Tatsache hineinzuleben, dass die Dinge unter den Namen-gebenden-Kleidern ganz nackt das sind, was sie sind, nennen wir sie nicht mehr bei Nahmen, sondern fangen an uns auf sie als die nackten Seins-Dinge zu beziehen, die sie wirklich sind und nicht als die dualistischen Namens-Kleider, womit wir sie benannt haben. Dann fangen wir selbst an das nackte Seins-Ding zu werden, was wir unter all den dualistischen, namensgebenden Dingen sind, als die wir uns selbst bezeichnet haben.
Einssein ist auf allen Ebenen des Seins und Bewusstseins und in Inhalt und Kontext ein Thema und Motiv der Realität, weil alles, dem wir Dingheit zuschreiben, ein Teil einer größeren, hologrammatischen Realität Gottes ist, worin all die Dingheiten Holons innerhalb des Einsseins des Ganzen sind. Dieses Einssein oder dieser Unalistische Aspekt von allem unterscheidet sich vom Istseins Aspekt von allem. Istsein bezieht sich auf die Eigenschaft des Seins von allem an und für sich und Einssein bezieht sich auf die Eigenschaft des Bezugs mit anderen Elementen des Istseins.
Das ist eine wichtige Unterscheidung, da Istsein und Einssein zwar beides ‚Eigenschaften’ der Nondualität sind, sie aber zwei unterschiedliche, semi-Nonduale Arten des Erfahrens von Erfahrung repräsentieren. Manche Personen nennen diesen Aspekt des Einsseins der Realität Präsenz und bleiben dort stecken, bewegen sich niemals weiter zu der dritten Ebene des Nondualen Zuganges, weil die Einsseins-Präsenz ein so befriedigender Aufenthaltsort ist, wo sich alles wie Eines anfühlt und wir niemals konfrontieren müssen, wie viel Angst da ist, unsere Verbindung damit zu verlieren. Auf diese Weise erweitert die Einsseins-Präsenz die Jetzt-Istheit der Dinge dahingehend aus, wie sich die Jetzt-Istheits-Dinge aufeinander beziehen und zusammen die ersten beiden Ebenen des Zuganges zum Nondualen Aspekt Gottes ausmachen.
Der Zugang zur Nondualitätsebene des Nichtseins ist das, was traditionell als ‚Bewusstsein ohne Inhalt’ bezeichnet wird, da das Bewusstsein des Weisen sich nicht mehr primär mit den dualistischen dies-oder-das-Inhalten des Lebens identifiziert. Er bezieht sich stattdessen primär auf die distanzierte, meta-kontextualisierte Art der Beziehung auf die Dualismen des Lebens.
Aber dieser distanzierte Blickwinkel und der Herzensfrieden, die von der Erleuchtungspraxis des Mentalkörpers in der Weisenschaft vermittelt werden, hebt eine wahrhaft erleuchtete Person nicht von den gewöhnlichen, kulturellen Kontexten oder Milieus ab in denen sie leben, weil für sie das Gewöhnliche und Weltliche die Wege sind, durch die sie ihre Erleuchtung zum Ausdruck bringen. Alles was getan wird, um sich dennoch selbst von dem kulturellen Milieu abzusetzen, in dem ihr Ego gewachsen ist, wird schlussendlich zu einer limitierteren und ausschließenderen Form des Nondualen Erwachens führen, statt zu einer erweiteteren und einbeziehenden.
Im Kontext der Gewöhnlichkeit oder des Normalseins ist es entscheidend zu beachten, dass eine wahre Erleuchtung im Nondualen Aspekt Gottes, sich sekundär nicht auf die Nondualität als eine Dualität im Sinne einer Auffassung des Dualen versus des Nondualen bezieht. Sich auf die Realität als Nondualität versus Dualität zu beziehen, würde noch die unerleuchtete Spannung der Dualität beinhalten. Aber die Nondualität beinhaltet alle dualistischen Teile der Realität, die in ihrem Aspekt der Istheit existiere. Somit ist die Nondualität die Wurzelrealität allen Dualismus’ und nicht das Gegenteil desselben. Wäre sie das Gegenteil, würde sie zu einem ‚Ding’ werden, da es dann eine Position ‚gegen’, ein Gegenteil gibt. Die Nondualität hat kein dualistisches Gegenteil: so wie Sie ist, ist Sie das was Sie ist. Trotz der vielen Verzerrungen durch moderne Advaita Lehren und frei schaffende Gurus, beinhaltet die Nondualität die Dualität und das Ego. Jegliche Spannung die zwischen der Nondualität und der Dualität oder der Nondualität und dem Ego gehalten oder gelehrt wird, ist eine grobe Fehlinterpretation dessen, was Gautama versuchte zu lehren.
Für dieses Bild, das Nondualität, Unalismus und Dualität alle mit einbezieht, sind in Stein geritzter Buchstaben die beste Metapher. Wenn der Stein die Ebene von Unalismus und Einssein ist und die in ihn eingeritzten Buchstaben der Dualismus des Dingseins, dann sind die Buchstaben ganz aus Stein, da all ihre Ränder und der Boden aus Stein sind. Auf diese Weise ist der Dualismus auf die gleiche Weise im Unalismus ‚enthalten’, wie Finger auf der Ebene der Hand mit der Hand ‚eins’ sind, aber auf der Ebene der Finger Finger sind. Der Nondualismus ist die ‚Luft’ oder der ‚Raum’, die sowohl dem Einssein des Unalismus als auch der Zweiheit des Dualismus überhaupt erst erlauben aufzusteigen.
Im unerleuchteten Massenbewusstsein geht es darum, sich ausschließlich mit dem Leben auf der Ebene der dualistischen Worte und Buchstaben zu identifiziert. Und in den Formen der Erleuchtung auf der Ebene des Einsseins geht es um das Leben auf der Ebene des Unalismus des Steines. Und im wahren, nondual erwachten Bewusstsein geht es darum, weder die dualistischen Buchstaben-Ebenen des Lebens, noch die Unalistische Stein-Ebene des Lebens zu ignorieren oder als unwirklich darzustellen. Es geht darum, sich ‚von der Ferne’ des Meta-‚Raumes’ der Nondualität - in dem beide Ebenen aufsteigen - auf sie zu beziehen.
Der Zugang zum Nichtsein geht ebenfalls durch drei sich vertiefende Stufen: Unwissbarkeit, Unsichtbarkeit und Unerfahrbarkeit, alle mit ihren eigenen, rigorosen Übungen, um dem Suchenden zu erlauben das Nonduale immer weiter heranzurufen, während im Mentalkörper durch radikale Selbstbefragung, verbunden mit Meditation, die Entdualisierung eintritt.
Wenn ich denke, dann habe ich den Wunsch zu verstehen
Wenn ich den Wunsch habe zu verstehen, habe ich Angst nicht zu verstehen
Wenn ich Angst haben, nicht zu verstehen, dann antizipiere ich einen zukünftigen
Moment des Mangel,
Wenn ich Angst vor einem zukünftigen Moment des Mangels habe, dann bin ich
nicht mehr im Istsein des Jetzt
Wenn ich nicht mehr im Istsein des Jetzt bin, dann denke ich und werde somit
niemals verstehen
Mich sicher gegen einen Baum lehnend, falle ich!
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