Der Pfad des Weisen
Der Weg des Weisen ist ein Pfad, der den Zugang zu dem mit sich bringt, was als Nondualität, Nonduales Soseins, Nicht-Dingsein, Leere oder Grunds des Seins bezeichnet wurde und, abhängig vom jeweiligen Paradigma, ein Aspekt der Realität, Gottes oder des menschlichen Bewusstseins ist. In Theohumanitas ist das Nonduale Sosein ein intrinsischer Aspekt Gottes, wobei der Schöpfer-Gott der ultimative Yang-Aspekt Gottes ist und das Nonduale Sosein das ultimative Yin. Theohumanitas bietet das erste Paradigma an, das ohne Widersprüche zeigt, wie diese bisher inkompatiblen Auffassungen der spirituellen Ausrichtung der Menschheit sich auf metaphysische Weise nie gegenseitig ausgeschlossen haben. Zusätzlich dazu bietet es auch einen dharmischen Pfad an, der schrittweise zu dem führt, was der Buddhismus Nonduale Erleuchtung genannt hat. Ein Pfad, den man selber beschreitet und der keiner Nähe zum Lehrer bedarf.
Im traditionellen Zen Buddhismus wurde der Zugang zum Nondualen Sosein als Gipfel dessen angesehen, was das menschliche Bewusstsein erreichen kann und zwar seit mehr als zweitausendfünfhundert Jahren, als Prinz Siddhartha anfing sich dafür zu interessieren, wie das Leid dieser Welt auszulöschen sei, dann der Buddha wurde und sein Werk sich von Indien nach China und Japan verbreitete. Anders als in der Personenschaft, wo das Du, als das du dich definiert hast, zu etwas anderem transmutiert wird, wird das Du, als das du dich definiert hast, in der Weisenschaftspraxis vollständig ausgelöscht – zumindest für eine kurze Zeit - was tiefgreifende und das Leben ändernde Wirkungen auf unseren Bewusstseinszustand danach hat. Dieser Zugang wird am gängigsten als Satori bezeichnet und ist der Durchbruch zu einem Bewusstseinszustand ohne Inhalt, der Erleuchtung genannt wurde und worin unsere Wahrnehmung des persönlichen Egos für immer geändert wird.
Theohumanitas bietet einen eigenen Bezugsrahmen für den Inhalt und Kontext der Weisenschaftspraxis an, der sowohl mit traditionellen als auch modernen Perspektiven Ähnlichkeiten, wie auch kühne Unterschiede aufweist. Es erklärt das, was in der Weisenschaftspraxis geschieht mit einem völlig anderen Algorithmus, in dem es um die Heilung der Angst vor dem Egotod geht, statt des traditionellen Algorithmus der darauf ausgerichtet ist entweder ein ‚illusorisches’ Ego zu transzendieren, oder das Leiden abzuschaffen. Diese Veränderung hat eine Paradigmen zerschmetternde Wirkungen auf die Bemühungen die Weisenschaft zu erlangen und das, was die traditionell buddhistischen Lehren über das zu sagen gehabt haben, was sie den Zustand der Erleuchtung nennen.
Auf diese Weise entmystifiziert Theohumantias den Zustand der Erleuchtung und zeigt, warum Nondual erleuchtete Lehrer die die Erleuchtung unsachgemäß zu solch übermäßig wichtigen, spirituellen Proportionen erheben, im Sinne wirklichen Wandels so wenig anzubieten haben. Ohne die vorangegangene Erleuchtung unseres Emotionalkörpers in der Personenschaftspraxis, wird die Erleuchtung des Mentalkörpers in der Weisenschaftspraxis zu einem tiefen Unvermögen und einer Unvollständigkeit bezüglich der authentischen, spirituellen Reife schaffen. Was seit 2500 Jahren buddhistischer Lehren Erleuchtung genannt wurde und die Form der Erleuchtung, die von all den Abstammungslinien, die mit diesen Traditionen verbunden sind angeboten werden, ist nur ein Drittel der Voraussetzungen derer es bedarf, um wahre spirituelle Reife zu erlangen. Die Erleuchtung als aller Fragen letzte Antwort im Bereich spiritueller Errungenschaften anzusehen, ist eine grob reduktionistische Verzerrung dessen, was es eigentlich bedeutet auf ausgeglichene Weise als das göttliche Wesen, das du bist, authentisch zu reifen.
Der Zugang zum Nondualen Aspekt Gottes ist nur ein Drittel unserer spirituellen Reifeerfordernisse, da er nur die Ent-dualisierung der Leitdynamik unseres Mentalkörpers mit sich bringt. Die dualisierende Funktion unseres Mentalkörpers, die uns unser normales Wachbewusstsein gewährt, bettet uns so tief in diese eine Modalität der Auffassung der Realität als dualistischem Inhalt ein, dass sie den Meta-Zusammenhang der Realität dessen, was wir als Lebenserfahrung erleben, ausblendet.
Anders gesagt, resultiert der Zugang zum Nondualen Aspekt Gottes in einem Bewusstseinszustand, in dem alle auf Inhalte ausgerichtete Aspekte des Lebens vollständig transparent werden statt ‚real' oder ‚solide' zu erscheinen. Diese Transparenz geschieht dadurch, dass diese Aspekte sozusagen von dem alles ewiglich durchdringenden ‚Licht' der Nondualität von ‚hinten beleuchtet' werden. Dieses ‚Licht' war die ganze Zeit da, wir waren uns dessen vorher nur nicht bewusst. Das, Was immer schon vor dem Mentalkörper bestand und Dem alle dualistischen Zustände innewohnen, wird ‚sichtbar' und das, was Erleuchtung genannt wird tritt ein. Wenn Ihr aus der Einbettung in dualistische Inhalte heraustretet und statt dessen auf eben beschriebene Weise durch alles hindurchseht, fallen alle Überanhaftungen und Über-Identifikationen zu allem im Leben ab – die Anhaftung in Euch zu dem was Ihr seid und außerhalb von Euch zu allem anderen. Das bedeutet nicht, dass man sich von seinem dualistischen Leben zurückzieht oder das dualistische Leben als Illusion ansieht, woran so viele Verzerrungen des Buddhismus festhalten. Statt dessen bedeutet es, dass dies eine bittersüße und liebende Direktheit und ein nicht festhaltendes Aufgehen und Wohnen in und mit dem Wunder des Lebens in all seinen Formen und Ausdrucksweisen vermittelt, was nicht möglich ist, so lange wir noch Sklaven des abtötenden Rasterwerkes sind, das der Mentalkörper über die eigentliche Lebendigkeit von jedem Aspekt des Lebens legt.
Der Dualisierungsmechanismus des Mentalkörpers entspricht dem Rasterwerk, das Archäologen über ihre Ausgrabung legen - ein von Menschen geschaffenes System, das durch das Spannen von Schnüren ein Quadratraster über eine unbestimmte Erdausweitung legt, um katalogisieren zu können, welche ausgegrabenen Gegenstände von welcher Stelle der Ausgrabung stammen. Was wir als Mensch die Erfahrung des Lebens nennen, kommt uns wie diese Erdausweitung entgegen: ganz blank, ohne natürliche Grenzen oder Kanten, die das Ende eines Bereiches und den Anfang eines anderen kennzeichnen. Dann legt unser Mentalkörper über diese Weite oder Buddhanatur des Lebens sein eigenes Rastersystem, mit dem wir uns dann so sehr identifizieren, dass es so scheint, als wenn das Leben aus diesem darüber liegenden Rasterwerk bestünde und nicht aus der unsegmentierten Weite.
Auf diese Weise legt unser Mentalkörper ein künstliches Raster mit Segmenten von ‚das ist das’ und ‚dies ist dies’, über die ansonsten unsegmentierten oder nahtlosen Lebensdynamiken von ‚alles ist alles’. Als Ergebnis davon vermittelt uns unser Mentalkörper die ‚Illusion’, dass das Leben aus essentiellem ‚Dies- oder Dassein’ gemacht ist, obwohl diese Erfahrung doch vollständig von dem dualistischen Rahmenwerk kreiert ist, das die Leitdynamik unseres Mentalkörpers ist.
Im einfachsten Sinne geht es in der Erleuchtung, wie sie seit Jahrtausenden in buddhistischen Traditionen gelehrt wurde darum, dieses vom Mentalkörper geschaffene, künstliche Rasterwerk zu verlieren, das es so scheinen lässt, als bestünde das Leben aus essentiellem ‚Dies- oder Dassein’. Diese künstliche und segmentierte Überlagerungsversion der Realität bekommen wir früh in unserer Kindheit durch unseren Mentalkörper vermittelt, so dass wir der Meinung sind, dass dies die Art ist, auf die das zu erleben ist, was wir das menschliche Leben nennen, obgleich es doch nur eine Art ist, dies zu tun. Zu lernen, das menschliche Leben durch andere Bewusstseinsmodalitäten zu erleben - in diesem Fall als etwas innerhalb eines nahtlosen, grenzenlosen und eigenschaftslosen, Nondualen Grunds des Seins Aufsteigendes - verändert unser Leben für immer auf eine Art, die wir uns unmöglich vorstellen können, während wir noch Sklaven unserer durch den Mentalkörper vermittelten Wahrnehmungen und Auffassungen sind.
Dies verleiht uns einen tiefen Frieden und Heiterkeit, von deren Perspektive aus wir dann erleben, wie sehr andere in einer fieberhaft aktiven und reaktiven Fusion auf inhaltsbezogene Elemente des menschlichen Lebens gefangen sind und wir können sehen, wie unruhig und verstört jeder durch diese Überanhaftungen und Überidentifikationen gemacht wird. Wir erleben dann für uns selbst, wie sehr der dualistische Wahrnehmungsmodus des Lebens - den jeder für normal hält - eigentlich die Realität sowohl begrenzt als auch verzerrt, da er uns nur eine sehr enge Bandbreite der Realitätsfrequenzen vermittelt und nicht das ganze Bild.
Zuerst ist man erschüttert darüber, wie tief jeder schläft, in seinem Bewusstsein ‚begraben’ ist und sich mit jeglicher Art von Unterhaltung und Ablenkungen überstimulieren. Diese Überstimulation wird als ein Weg verwendet, um ein falsches und aufgepumptes Gefühl der eigenen Lebendigkeit oder des Fortbestehens des Selbst in einer ansonsten ‚toten’, künstlichen Realität des vom Mentalkörper kreierten Dualismus zu erschaffen und aufrecht zu erhalten. Allerdings werden wir erleben, dass die Wahre Lebendigkeit der Buddhanatur des Lebens erfordert, dass wir aufhören, ein Gefangener der dualistischen Modalitäten des Lebens zu sein. Auf diese Weise begraben sich die Menschen selbst durch sekundäre und langfristige Investitionen in mental verankerte Formen des menschlichen Lebens ohne zu wissen, wie viel unnötiges Leiden dies erschafft.
Aber sehr bald ändert sich dieses Empfinden dann zu einem fast unbeschreiblichen Mitgefühl. In dem Zustand unserer eigenen Gnade und Gelassenheit können wir gar nicht anders, als uns zu wünschen, unseren bescheidenen Beitrag darin zu leisten, um sie aus ihrer Versklavung zu erwecken. Der Sklaverei eines Dienstes an einer Realität, deren Parameter von den dualistischen Filtern ihrer Mentalkörper bestimmt sind, so dass sie gegenüber dem ewig durchströmenden, Nondualen Licht dieses innewohnenden Aspektes von Gott unwissend bleiben. Man will ihnen zeigen, wie die Wirkung davon, sich nicht bewusst zu sein, sie unnötiger Weise auf eine bestimmte und tiefgreifende Art weiter leiden lässt. Aber obwohl dieses Mitgefühl zu dienen stark ist, investieren wir nicht zu sehr darin, eine solche Hilfsfunktion einzunehmen und bereitzustellen, da wir keine zu große Investition mehr in bestimmte Ergebnisse oder irgendwelche Betätigungsbereiche mehr haben - was den Wunsch anderen zu helfen, den Schleier ihres Begrabenseins zu lüften, mit einbezieht.
Eine Art, die dualistisch dominierte Art der Wahrnehmung des Lebens zu beschreiben ist dass das, was wir das normale Wachbewusstsein nennen, die Erfahrungen in einem Rahmen von Inhalt-als-Inhalt begreift. Dies füllt den ‚Raum’ unseres Bewusstseins derart mit ‚massiven’ Inhalten aus, dass im Bewusstsein wenig ‚Raum’ dafür bleibt, dass um diesen Inhalt herum ‚Raum’ sein kann. Das bedeutet, dass wir uns auf den Inhalt der Erfahrungen des Lebens so beziehen, wie er zu sein scheint: ‚massive’ Menschen, Ideen, Ziele, Zufälle, Aktionen und Reaktionen, die real und wichtig erscheinen und auf die wir uns sekundär mit all unseren anwesenden Überanhaftungen, Überidentifizierungen und übermäßigen Abscheu oder Abwehr beziehen. Man kann dies auch anders formulieren: wenn wir uns in einem solchen, mit dem Inhalt fusionieren Bewusstseinszustand befinden, sind wir davon überzeugt, dass unsere eigene, persönliche Auffassung oder Wahrnehmung der Welt ‚die' Welt ist, statt zu erkennen, dass es nur unsere eigene Version der Welt ist. Bis wir fähig sind, etwas Metaraum um unsere eigene Konditionierung dessen zu erschaffen, wie wir die Realität verarbeiten, sind wir in Fusionszuständen von Inhalt-als-Inhalt gefangen, die es sinnvoll erscheinen lassen, Anhänger des Fußballteams eines anderen Landes umzubringen, die es rechtfertigen andere umzubringen, die nicht mit unseren eigenen, konditionierten Definitionen von Gott übereinstimmen oder einen denken lassen, dass es im menschlichen Leben lediglich darum geht, der Erfüllung menschlicher Gelüste jeglicher Art nachzugehen.
Wenn wir anfangen die Herrschaft zu untergraben, die der Dualismus über unser Bewusstsein hat, werden diese inhaltsbezogenen Aspekte der Lebenserfahrungen langsam innerhalb eines größeren Kontextes oder Raumes erlebt, innerhalb derer all diese Inhalte existieren – wir erleben eine zweite Ebene des Inhalts-in-einem-Kontext. Während dies geschieht, fangen unsere Überanhaftungen, Überidentifikationen und Überreaktionen auf das Leben an, sich zu lockern. Wir fangen an zu sehen, wie unbewusst wir uns dessen waren, wie tief wir in dieser Art Tunnelleben gelebt haben. Eine Art Leben, die uns davon abgehalten hat zu sehen, dass wir in den Dingen fest eingebettet oder begraben sind, was einen Zustand der Angst und des Leidens geschaffen hat, der völlig unnötig ist und nicht wirklich dazu bestimmt ist, die normative Art zu sein, auf die die Menschen agieren und leben sollten. Dieses Tunnelleben ist die Art von Leben, die wir alle automatisch führen, bis wir den Mentalkörper und seine Herrschaft darüber wie wir das erleben, was wir Realität nennen und als solches definieren, entdualisieren.
Wenn wir dies tun und lernen uns meditativ auf diesen Kontext-Raum zu fokussieren, wird der Kontext für den Inhalt oder der Raum, den wir angefangen haben um die inhaltlich bezogenen Aspekte der Erfahrung des Lebens herum zu haben, eine neue Form des Inhalts. Dies schafft eine Ebene des Kontexts-als-Inhalt, wo sekundäre und weitaus subtilere Anhaftungen und Identifikationen - sowohl mit den inhaltlichen, als auch den kontextuellen Aspekten des Lebens - sogar noch auf einer weiteren Ebene abgelegt werden und wir anfangen, den Nondualen Grund des Seins als eine Art eigenschaftsloses, Vereinigtes Einssein zu erleben, das alle ‚Dinge’ miteinander verbindet.
Viele spirituell Suchende bleiben an dieser Stelle stecken, machen die Nondualität zum ultimativen Meta-Kontext, einer Art von Inhalt, der von einer dominierenden Einsseins-Glückseligkeit charakterisiert wird. Aber die Nondualität ist eigenschaftslos und nicht charakterisierbar und hat keinerlei Zustandsinhalt. ‚Sie’ wird nicht als irgendetwas erlebt, am allerwenigsten als Glückseligkeit, was einer der mächtigsten Inhaltszustände ist, die es gibt. Zwar folgt der qualvollen Auflösung aller existentiellen Fundamente dessen, was wir unser Ich nannten - und nachdem die Eigenschafts- und Inhaltslosigkeit der Nondualität jegliche Fähigkeit dafür auslöscht, dass der Inhalt, den wir unser Ich nennen, in Ihr ‚existieren’ kann – ein Gefühl der Heiterkeit und Gelassenheit. Das bedeutet aber nicht, dass es in der Erleuchtung darum geht, eben jene Gefühlszustände anzustreben.
Es sollte nicht unser Motiv sein, irgendeine Art ‚positiven’ Bewusstseinszustand zu erreichen und jegliche Art ‚negativen’ oder leidvollen Bewusstseinszustand loszuwerden. Wenn es unser Motiv ist, durch die Erleuchtung dem Leiden ein Ende zu setzen, kann und werden die Bemühungen niemals in der vollsten, authentischen Erleuchtung des Mentalkörpers resultieren. Da aber fast alle der sogenannten erleuchteten Lehrer im Westen eben dies tun - vor allem diejenigen in der Tradition von Advaita Vedanta – bleiben die Lehrer und ihre Schüler nur in einer weiteren dualistischen Schleife stecken, immer noch Sklaven der Polaritäten von positiv und negativ. Dies macht das Ziel und die Wirkung der Erleuchtung ausnahmslos zu einer Droge um das Leiden zu beenden - eine der mächtigsten Drogen, die den Menschen zur Verfügung steht um bewusst oder unbewusst dem Mühsal zu entfliehen mit den sogenannten ‚negativen’ oder leidenden Aspekten eines dualistischen, auf dem Ego basierenden Lebens belastet zu sein.
Nur die reinste Form des Zen Buddhismus - die nur sehr selten zu finden ist - vermeidet diesen mit Glückseligkeit aufgeplusterten Fehler, der zu allerlei sekundären Verzerrungen in modernen, buddhistischen Lehren führt. Das ganze Theater der Satsangs in der Tradition der Advaita ist an sich ein Produkt dieser pseudo-erleuchteten Lehren. Die seltenen und bescheidenen Dharma Reden wahrer Zen Meister enthalten nichts von den glamourösen Ansammlungen um den Lehrer - was ein Teil des Paketes der Satsang-Dynamik ist - oder hat die umfangreichen Marketing-Eigenschaften wie das Einsetzen von Photos und Bildern dieser Art Lehrer um die ‚Erleuchtungs’-Energie in ihren Gesichtern zur Schau zu stellen oder den Verkauf ihrer Ware an ein naives Publikum, das nach einer Befreiung vom ‚negativen’ Bewusstseinszustand strebt anzukurbeln. Wahre Zen Meister kommen nur ab und zu aus ihren stillen Ecken hervor und bieten ihren Schülern einige Einsichten an und kehren dann in ihre stillen Welten zurück.
Wenn nicht zuerst die Erleuchtung des Emotionalkörpers stattfindet, die das strategische Selbst des Suchenden dekonstruiert, wird die buddhistische Erleuchtung des Mentalkörpers automatisch und unweigerlich bewirken, dass sich die Person zu sehr an den Erleuchtungszustand klammert, weil das ursprüngliche Motiv, das Leiden zu beenden, ein strategisches, vom ungeheilten, strategischen Selbst der erleuchteten Person geschaffenes Bemühen darum ist, das Leiden zu vermeiden. Fehlmotivierte Suchende, die also nur eine Erlösung vom Leiden haben wollen, sehnen sich bewusst oder unbewusst danach, ihrem immer noch vorhandenen, strategischen Selbstbild den Aspekt einer ‚erleuchteten Person' hinzuzufügen, um sich als solches mehr Wert zu verleihen, weil die Erleuchtung keinen Zustand wahren Selbstwertes und authentischen Seins kreiert hat.
Das einzig wahre Ziel eines ehrlichen Bemühens um Erleuchtung sollte es sein, die Angst vor unserem scheinbar permanenten Verlust der Grundlage unseres Egofundamentes zu heilen statt zu versuchen irgendeiner Art Leid zu entfliehen oder es zu transzendieren oder irgende eine Art von Glückseligkeit durchtränkten Lebens zu erreichen. Durch die Erleuchtung bekommen wir eine gänzlich neues Empfinden für das Ego, das sich von allem vorhergegangenen unterscheidet.
Deshalb ist es so wichtig, dass Theohumanitas die Aufgabe, um die es in der Nondualen Erleuchtungspraxis geht, neu definiert hat. Dass es nämlich um das Heilen der Angst vor dem Egotod geht und nicht das Transzendieren von Leid oder dem Ego, womit die Aufgabe der Erleuchtung 2500 Jahre lang definiert wurde. Es setzt den ganzen Prozess der buddhistischen Erleuchtungsmetaphysik in neue Parameter, weg von dem auf der im Jetzt basierenden, verführerischen Droge, um uns aus unserem Leid oder dem Rad der Wiedergeburt herauszuholen, hin zu dem, wo wir loslassen, wie sehr wir an der Art festhalten wollen, auf die wir uns schon immer zu unserer eigenen Empfindung individualisierten Selbstseins in Beziehung gesetzt haben.
Für das Erlangen wahrer, spiritueller Reife bedarf es eines gesunden Egos, weil nur ein wirklich reifes und gesundes Ego nicht nach einem Fluchtweg aus dem Leid, Unterstützung für das verwundete Selbstbild oder einer Flucht vom Erdenleben Ausschau hält, weil all solche unbewussten Motivationen und bewussten Absichten in diese Richtung in der Erleuchtungspraxis des Emotionalkrörpers in der Personenschaft geheilt wurden. Aber da wir bisher nicht die Mittel hatten, um wirklich ein gesundes Ego zu kreieren, da die Kriterien für einen Zustand wirklicher Selbstauthentifizierung oder Selbstessentialisierung so viel herausfordernder sind als die reiner Selbstverwirklichungsprojekte - die sowohl von den gängigen, als auch den auf der New Age Bewegung basierenden Modalitäten der Psychologie angeboten werden - hatten wir bisher keinen Weg um zu verstehen oder zu verkörpern, wie die Zustände des Egos und die des Trans-Egos wirklich miteinander in Beziehung sind und sich gemeinsam bewegen.
Wenn die dualisierenden Parameter des Mentalkörpers gänzlich wegschmelzen - während wir die Angst vor dem Egotod heilen, die dem Erlangen der Weisenschaft inhärent ist - tritt schließlich die Ebene von Kontext-im-Kontext ein, worin alle dualistischen Wahrnehmungen auf dem Mentalkörper basierender Inhalte und ein größerer Kontext als identisch und nicht hierarchisch gesehen werden - alles aufsteigende Ephemera aus dem eigenschaftslosen, Ultimativen ‚Meta-Kontext’ der Nondualität, der die Basis-Realität ist, aus der alle mentalen oder dualistischen Wahrnehmungen des Lebens aufsteigen, die Wahrnehmung von Einssein mit eingeschlossen.
Hier fallen all unsere auf dem Mentalkörper basierenden Überanhaftungen und Überidentifikationen an und mit den in dualistische Parameter gepackte Lebenserfahrungen weg und es findet ein dauerhafter Bewusstseinswandel statt, der dann das Erlangen der Erleuchtung begleitet. Dies kann aber nicht erlangt werden, solange es unsere Motivation ist, am Ende eine solche Veränderung zu erlangen. Das ‚Ich’, das in der Personenschaft erschaffen wird, entwickelt sich somit weiter zu ‚Ich Bin’ - was, wie wir sehen werden eine Hälfte der Errungenschaften im Bereich der Heiligenschaft ist - und das ‚Ich Bin’ entwickelt sich weiter zu dem auf dem Nondualen basierenden ‚Ich Bin Nicht’.
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